Naturpark Reisen - Berlin

Berlin

Kontakt A-Z Suche

Link per E-mail empfehlen

Druck - nur Text

Berlin Verzeichnis

home > Berlin > Architektur & Geschichte

Städtereisen nach Berlin

Nikolaiviertel

Museumsinsel

Brandenburger Tor

Reichstag

Neue Synagoge

Alexanderplatz

Potsdamer Platz

von oben nach unten:
Nikolai-Viertel
Altes Museum auf der Museums-Insel
Brandenburger Tor
Reichstag
Neue Synagoge an der Oranienburger Straße
Alexanderplatz
Potsdamer Platz

Städte-Reisen: Berlin
Architektur & Geschichte

Schlösser, Kirchen, Museen, Theater, Regierungsgebäude, Botschaften, Ministerien, Wohnhäuser, Friedhöfe, Denkmäler, Keller und Mauerreste erzählen die Geschichte Berlins.

Sie finden hier einen kurzen Überblick und Empfehlungen für weiterführende Literatur.

"Architektur steht immer in Verbindung mit der umgebenden Kultur ... Architektur ist die Versteinerung eines kulturellen Augenblicks" Jean Nouvel

Bedeutend wird Berlin erst im 17. Jahrhundert, selten sind daher Gebäude aus

Mittelalter und Renaissance.

Zeugen des Aufstiegs der preußischen Hauptstadt sind

Barock- und Rokoko-Schlösser,

Klassizistik und Romantik.

Als deutsche Hauptstadt repräsentiert Berlin mit der Neo-Gothik, der Neo-Renaissance und dem Neo-Barock

des Historismus und

mit Jugendstil.

Moderne Wohnsiedlungen und Bauhaus-Bauten entstehen in der

Weimarer Republik.

Von ihren Gestaltungs-Plänen nicht viel verwirklich können die

Nationalsozialisten.

Der Zweite Weltkrieg zerstört große Teile der Stadt. Zu einer Randexistenz einst belebter, zentraler Viertel der Stadt führt der

Bau der Mauer.

West und Ost stehen in Konkurrenz beim Wiederaufbau der Stadt. An der Mauer liegende Randbezirke und Brachflächen rücken schließlich wieder ins Zentrum der Stadt nach der

Wiedervereinigung.

Mit dem Umzug der Bundesregierung von Bonn nach Berlin entstehen eine Reihe moderner repräsentativer Regierungs-, Repräsentations- und Firmenbauten international renommierter Architekten.

>> Adressen & Links >> Hotels, Unterkunft in Berlin

naturparkreisen.de Partner

Kabarett, Theater, Konzert, Musical, Sport ... einen Veranstaltungs-Überblick und Karten erhalten Sie bei

>> eventim
>> ticket-online
>> getgo
>> Hekticket

bei Hekticket können Sie "last minute" am Nachmittag vor einer Vorstellung Tickets zum halben Preis buchen - abzuholen in einer der zentral gelegenen Hekticket Filialen

nach oben <<

Mittelalter

Berlin wird 1244 erstmals urkundlich genannt, das Jahr 1237 gilt als offizielles Gründungsjahr. Die Stadt liegt auf einer Handelstraße und wird 1359 Mitglied der Hanse. Zwei Brände zerstören im 14. Jahrhundert weite Teile.

1417 erhält der Burggraf Friedrich VI aus der fränkischen Linie der aus Schwaben stammenden Hohenzollern als Kurfürst Friedrich I das Kurfürstentum Brandenburg. Seine Familie wird bis 1918 die Herrscher von Brandenburg, Berlin, Preußen und schließlich Deutschland stellen.

Sie können nur wenige erhaltene Gebäude aus dem Mittelalter in Berlin besichtigen.

Die um 1230 erstmals errichtete Nikolai-Kirche in Berlin Mitte süd-östlich des Roten Rathauses ist die älteste Pfarrkirche Berlins. Von der ursprünglich romanischen Kirche ist der Westteil geblieben (S- und U-Bahnhof Alexanderplatz, S3, S5, S7, S75, S9, U2, U5, U8, Bus 100, Bus 200). Die über die Jahrhunderte immer wieder neu- und umgebaute Kirche wurde im zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. 1987 ließ die DDR zusammen mit dem Nikolai-Viertel die Nikolai-Kirche zur Berliner 750-Jahrfeier rekonstruieren.

An der Klosterstraße zwischen Nikolai-Viertel und Alexanderplatz sehen Sie nur noch die Ruinen der Klosterkirche aus dem 13. Jahrhundert (Klosterstraße, U2). Ein paar 100 Meter weiter an der Waisenstraße sind Reste der Berliner Stadtmauer aus dem 13. und 14. Jahrhundert erhalten.

Zweitälteste Pfarrkirche ist die gut erhaltene gotische Marien-Kirche gegenüber dem Roten Rathaus (S- und U-Bahnhof Alexanderplatz, S3, S5, S7, S75, S9, U2, U5, U8, Bus 100, Bus 200).

Der Juliusturm der Zitadelle Spandau entstand um 1200. Die Spandauer Nikolai-Kirche ist ein spätgotischer Bau aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts (Altstadt Spandau, U7). Sehenswert ist in Spandau auch das um 1500 errichtete nahegelegene Gotische Haus.

Bis in das 13. Jahrhundert zurück gehen die Dorfkirchen der Berliner Bezirke Marienfelde, Mariendorf, Tempelhof, Britz, Buckow, Lichterfelde, Dahlem, Karow, Blankenburg und Stralau.

Das Museumsdorf Düppel ist eine an der Ausgrabungsstätte rekonstruierte mittelalterliche Siedlung aus dem 13. Jahrhundert mit Häusern und Werkstätten (Clauerstraße 11, U-Bahnhaltestelle Krumme Lanke, U1, S-Bahnhaltestellen Zehlendorf, Mexikoplatz, S1, Bus 115, 629). Sie können hier Vorführungen mittelalterlichen Handwerks sehen.

nach oben <<

Renaissance

Aus der Renaissance stammt das Jagdschloss Grunewald (Haltestelle Dahlem-Dorf, U1, Bus bis Königin Luise Straße / Clay-Allee, 20 Minuten Fußweg), die Spandauer Zitadelle (U-Bahnhaltestelle Zitadelle, U7) und das Ribbeck-Haus am Werderschen Markt in Berlin Mitte (S-Bahnhof Hackescher Markt, S3, S5, S7 S 75, S9, Bus 100, 200).

Das im zweiten Weltkrieg zerstörte Stadt-Schloss soll ab 2008 mit barocker Fassade rekonstruiert werden. Das Stadt-Schloss geht auf eine im 15. Jahrhundert errichtete Burg zurück. Der an der Stelle des Stadt-Schlosses errichtete Palast der Republik der DDR wurde 2006 abgerissen (S-Bahnhof Hackescher Markt, S3, S5, S7 S75, S9, Bus 100, 200).

Berlin und die Kurfürsten von Brandenburg sind seit 1539 unangefochten protestantisch.

Schloss Köpenick stammt aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Der schwedische König Gustav Adolf schlägt hier Quartier auf während des dreißigjährigen Kriegs (S-Bahnhof Köpenick, S3, dann Tram 60, 62).

nach oben <<

Barock

Bedeutung gewinnt Berlin nach dem dreißigjährigen Krieg ab 1640. Der "Große" Kurfürst von Brandenburg, Friedrich Wilhelm studiert in den Niederlanden, er bringt holländische Architekten, Maler und Bildhauer in die Stadt.

Es entstehen zwischen Stadt-Schloss und Tiergarten die Stadtviertel Friedrichswerder und Dorotheenstadt, Schloss Köpenick wird umgebaut (S-Bahnhof Köpenick, S3, dann Tram 60, 62), der Oder-Spree-Kanal macht Berlin zum Umschlaghafen zwischen Hamburg und Breslau, Schloss Niederschönhausen wird errichtet (Ossietzkystraße, S- und U-Bahnhof Pankow, S2, S8, U2).

Entlang des Reitwegs zwischen Stadt-Schloss und Tiergarten lässt der Große Kurfürst Nussbäume und Linden pflanzen: Aus dem Weg wird in den folgenden Jahrhunderten die Prachtstraße "Unter den Linden" (S-Bahnhof Unter den Linden, S1, S2, S25, S26, S-Bahnhof Hackescher Markt, S3, S5, S7, S75, S9, Bus 100, Bus 200).

Potsdam wird zweite Residenz. Der Große Kurfürst lässt ab 1660 das Potsdamer Stadt-Schloss errichten - in holländischem Stil. Wie das Berliner Stadt-Schloss wird das Potsdamer Stadt-Schloss im Zweiten Weltkrieg zerstört, die Ruine zu DDR-Zeiten abgerissen. Sie können von dem Potsdamer Stadt-Schloss des Großen Kurfürsten heute noch den Marstall sehen - das Potsdamer Filmmuseum befindet sich hier (Bahnhof Potsdam, S1, oder Regionalbahn RE1 ab Ostbahnhof, Alexanderplatz, Friedrichstraße, Zoologischer Garten).

Der Große Kurfürst holt tüchtige Zuwanderer: 1671 gründet sich die jüdische Gemeinde, 1685 wandern in Frankreich verfolgte Hugenotten ein.

Das Hugenotten-Museum am Gendarmenmarkt erinnert an die Geschichte der protestantischen Franzosen in Berlin (U-Bahnhof Französische Straße, U6, U-Bahnhof Stadtmitte, U2, U6).

Das Jüdische Museum beschäftigt sich mit der jüdisch-deutschen Geschichte (Lindenstraße 9-14, Kreuzberg, U-Bahnhof Hallesches Tor, U1, U6).

Aus dem Jahr 1695 stammt das Barock-Schloss Friedrichsfelde - errichtet in holländischem Landhausstil (U-Bahnhaltestellen Friedrichsfelde, Tierpark, U5, Tram 26, 27, 28, Bus 108, 194, 294) . In dem Schloss zeigen Ausstellungen Kunst des 17. und 18. Jahrhunderts, es finden Konzerte statt. Der Schlosspark ist heute ein Landschafts-Zoo.

Der Sohn des "Großen" Kurfürsten von Brandenburg krönt sich 1701 als Friedrich I zum "König der Preußen": Berlin ist preußische Hauptstadt.

Die Akademie der Künste entsteht (heutige Zweigstelle: Pariser Platz 4, S-Bahnhof Unter den Linden, S1, S2, S25, S26, Bus 100, 200, der Arnimsche Palais, in dem die Akademie an dieser Stelle ab 1907 residiert, wird im Zweiten Weltkrieg zerstört), Gottfried Wilhelm Leibniz gründet die Akademie der Wissenschaften (seit 1950 im Gebäude der Preussischen Staatsbank, Jägerstraße 22-23, Gendarmenmarkt, U-Bahnhof Französische Straße, U6, U-Bahnhof Stadtmitte, U2, U6).

Die Friedrichstadt um Gendarmenmarkt und Friedrichstraße wird angelegt, das Zeughaus (S-Bahnhof Hackescher Markt, S3, S5, S7 S 75, S9, Bus 100, 200), die Charite (Schumannstraße 20-21, S- und U-Bahnhof Friedrichstraße S1, S2, S25, S26, S3, S5, S7, S75, S9, U6, die ältesten erhaltenen Gebäude stammen aus den Jahren um 1900) und Schloss Charlottenburg (U-Bahnhof Richard-Wagner-Platz, U7, U-Bahnhof Sophie-Charlotte-Platz, U2) wird errichtet, das Stadt-Schloss umgebaut (S-Bahnhof Hackescher Markt, S3, S5, S7, S75, S9, Bus 100, 200, der Palast der Republik wurde 2006 abgerissen, an seiner Stelle soll das hier ursprünglich stehende Stadt-Schloss rekonstruiert werden).

Der holländische Stil weicht italienischem Barock. Protestantische Kirchen entstehen: die Parochialkirche (Nikolaiviertel, S- und U-Bahnhof Alexanderplatz, S3, S5, S7, S75, S9, U2, U5, U8, Bus 100, 200), die Kirchen des französischen und deutschen Doms am Gendarmenmarkt (U-Bahnhof Französische Straße, U6, U-Bahnhof Stadtmitte, U2, U6), die Sophienkirche in der Spandauer Vorstadt (U-Bahnhof Weinmeisterstraße, U8).

Friedrich I folgt 1713 der Sohn Friedrich Wilhelm I Unter ihm wird Preußen zum Arbeits- und Soldaten-Staat. Die Strafen für disziplinlose Soldaten, Untertanen, den eigenen Sohn und dessen Freundeskreis sind drakonisch.

Friedrich Wilhelm I übernimmt von seinem Vater ein Heer von 30 000 Mann und bringt es bis zu seinem Tod 1740 auf 64 000 Mann. Geld gibt er vor allem für das Heer, für Exerzierplätze, Nutz-, Wohnbauten und für Schulen aus. Friedrich Wilhelm I. ist sparsam: Er will seine Soldaten nicht verlieren, während seiner Regierungszeit hält sich Preußen aus kriegerischen Auseinandersetzungen weitgehend heraus.

Es entstehen der Pariser Platz (S-Bahnhof Unter den Linden, S1, S2, S25, S26, Bus 100, 200), der Leipziger Platz (U-Bahnhof Stadtmitte, U2, U6) und der Mehring-Platz (Kreuzberg, U-Bahnhof Hallesches Tor, U1, U6), der Lustgarten vor dem Stadt-Schloss wird zum Paradeplatz, das Stadt-Schloss wird fertiggestellt (S-Bahnhof Hackescher Markt, S3, S5, S7 S 75, S9, Bus 100, 200, der Palast der Republik wurde 2006 abgerissen, an seiner Stelle soll das Stadt-Schloss rekonstruiert werden).

Potsdam wird Garnisons- und Verwaltungsstadt. Friedrich Wilhelm I lässt sich in Babelsberg am Griebnitzsee das - bescheidene - Jagdschloss Stern errichten: ein Backsteinbau in holländischem Stil (S-Bahnhof Griebnitzsee, S1, oder Regionalbahn RE1 ab Ostbahnhof, Alexanderplatz, Friedrichstraße, Zoologischer Garten).

Das Alte Kammergericht stammt aus der Zeit Friedrich Wilhelm I - der Bau ist heute in das Jüdische Museum integriert (Lindenstraße 9-14, Kreuzberg, U-Bahnhof Hallesches Tor, U1, U6, Bus 129, 240, 341).

Friedrich Wilhelm I setzt die Anwerbung des Großen Kurfürsten fort: Es kommen verfolgte Protestanten aus Salzburg und gut qualifizierte Handwerker aus den Niederlanden - in Potsdam entsteht das Holländische Viertel (Bahnhof Potsdam, S1, oder Regionalbahn RE1 ab Ostbahnhof, Alexanderplatz, Friedrichstraße, Zoologischer Garten). Berliner Juden, die kein eigenes Haus besitzen, werden auf das Scheunenviertel verwiesen.

nach oben <<

Rokoko

Einerseits ist Friedrich II das oppositionelle Gegenstück zu seinem Vater, dem Soldatenkönig. Friedrich II liebt das Flötenspiel, Kunst, Literatur und seine Freunde. Als Jugendlicher versucht er vergeblich, mit seinem Freund Katte nach England zu fliehen und muss die Flucht mit Festungshaft und der Hinrichtung Kattes büßen. Die vom Vater erzwungene Ehe vollzieht er nicht.

Berlin wird "deutsche Hauptstadt der Aufklärung", Friedrich II holt Voltaire und Lessing an den Hof, Friedrich Nicolai und Moses Mendelssohn prägen das geistige Leben. Französische Maler und Bildhauer kommen nach Berlin. Friedrich II lässt Schloss Rheinsberg, den neuen Flügel von Schloss Charlottenburg und Schloss Sanssouci in Potsdam im Stil französischen Rokokos gestalten (Bahnhof Potsdam, S1, dann Bus 695 oder Regionalbahn RE1 ab Ostbahnhof, Alexanderplatz, Friedrichstraße, Zoologischer Garten). Schloss Sanssouci gehört heute als Bestandteil der Potsdamer Parklandschaft zum UNESCO Weltkulturerbe.

Andererseits stockt Friedrich die preußische Armee auf und schont das Leben seiner Soldaten nicht: Das Land befindet sich in ständigem Krieg. Preußen wird unter Friedrich II. "dem Großen" im 18. Jahrhundert für einen kurzen Zeitraum zur europäischen Großmacht. Dabei geht Friedrich Risiken ein: Im Siebenjährigen Krieg besetzen Österreicher und Russen vier Tage lang Berlin.

Friedrich II herrscht absolut. Der spottlustige Voltaire flieht über Gotha nach Frankfurt, wo ihn die örtliche Polizei im Auftrag Friedrichs verhaftet. Voltaire muss Briefe und Schriftstücke zurückgeben, darunter einen Band mit selbst verfassten Gedichten des Königs.

nach oben <<

Klassizismus und Romantik

Friedrich II plant Unter den Linden das Forum Fridericianum als kulturelles Zentrum: Nach Plänen des Architekten Wenzeslaus von Knobelsdorff entstehen die Oper, die St. Hedwigs-Kathedrale, die Alte Bibliothek und das Palais der heutigen Humboldt-Universität in klassizistischem Stil (S-Bahnhof Hackescher Markt, S3, S5, S7 S75, S9, Bus 100, 200).

Potsdam erhält zur Erinnerung an den 7jährigen Krieg 1770 ein Brandenburger Tor - noch vor Berlin. Es steht am Luisenplatz - von hier führt eine Allee zu Schloss Sanssouci (Bahnhof Potsdam, S1, oder Regionalbahn RE1 ab Ostbahnhof, Alexanderplatz, Friedrichstraße, Zoologischer Garten).

Berlin bleibt wirtschaftliches und geistiges Zentrum nach dem Tod Friedrich II 1786, auch wenn Preußen die politische Bedeutung zunächst verliert.

Friedrichs II Neffe und Nachfolger Friedrich Wilhelm II hasst seinen Onkel und liebt die Frauen: Das Schlösschen auf der Pfaueninsel (Bahnhof Wannsee, S1, S7, oder Regionalbahn RE1 ab Ostbahnhof, Alexanderplatz, Friedrichstraße, Zoologischer Garten) und der Palais Lichtenau in Potsdam (Bahnhof Potsdam, S1, oder Regionalbahn RE1 ab Ostbahnhof, Alexanderplatz, Friedrichstraße, Zoologischer Garten, dann Bus 692) verdanken die Entstehung der von Friedrich Wilhelm II in den Adelstand erhobenen Wilhemine Encke, Gräfin Lichtenau . Die Pfaueninsel gehört als Bestandteil der Potsdamer Parklandschaft heute zum UNESCO Weltkulturerbe, ebenso so wie der ab 1786 für den König neben dem Palais Lichtenau angelegte Neue Garten mit dem Marmorpalais (Bahnhof Potsdam, S1, oder Regionalbahn RE1 ab Ostbahnhof, Alexanderplatz, Friedrichstraße, Zoologischer Garten, dann Bus 692).

Auf den lebenslustigen Friedrich Wilhelm II geht ein Berliner Wahrzeichen zurück: Das Brandenburger Tor entsteht 1788-91 nach dem antikem Vorbild der Akropolis. Auf dem Tor lenkt eine Friedensgöttin eine mit vier Pferden bespannte Kutsche (S-Bahnhof Unter den Linden, S1, S2, S25, S26, Bus 100, 200).

Zwei Jahre lang, von 1806 bis 1808, besetzt Napoleon die Stadt. Er lässt die Quadriga des Brandenburger Tors nach Paris bringen. Nach der Niederlage Napoleons bei der Völkerschlacht von Leipzig kommt die Quadriga nach Berlin zurück, die Friedensgöttin wird jetzt zur Siegesgöttin: Sie hält einen Stab mit preußischen Adler und Eisernem Kreuz.

1810 entsteht im Palais des Forum Fridericianum die Humboldt-Universität (S-Bahnhof Hackescher Markt, S3, S5, S7 S75, S9, Bus 100, 200, 348). In der Humboldt-Universität lehren Johann Gottlieb Fichte, Christoph Wilhelm Hufeland und - von 1818 bis 1831 - Friedrich Wilhelm Hegel.

Heinrich Heine, Heinrich von Kleist, Clemens Brentano, Achim von Arnim, Adelbert von Chamisso, Bettina und Achim von Arnim, die Brüder Grimm, Joseph Freiherr von Eichendorff, E.T.A. Hoffmann halten sich in Berlin auf. Rahel Varnhagen von Ense und Henriette Hertz pflegen literarische Salons - unter den Besuchern sind Alexander und Wilhelm von Humboldt. 1811 gibt es einen Skandal: Heinrich von Kleist hat zusammen mit Henriette Vogel am Kleinen Wannsee Selbstmord begangen.

Der Architekt Karl Friedrich Schinkel prägt die Mitte der Stadt: 1817 entsteht die Neue Wache (S-Bahnhof Unter den Linden, S-Bahnhof Hackescher Markt, S3, S5, S7 S75, S9, Bus 100, 200), 1818 das Schauspielhaus (Konzerthaus Berlin, Gendarmenmarkt, U-Bahnhof Französische Straße, U6, U-Bahnhof Stadtmitte, U2, U6), 1824 bis 1830 das Alte Museum auf der Museums-Insel und die Schlossbrücke (S-Bahnhof Hackescher Markt, S3, S5, S7 S75, S9, Bus 100, 200), 1825 die Friedrichwerdersche Kirche (S-Bahnhof Hackescher Markt, S3, S5, S7 S75, S9, Bus 100, 200). In der Friedrichwerderschen Kirche zeigt das Schinkel-Museum klassizistische Skulpturen. Die Museums-Insel gehört heute zum UNESCO-Weltkulturerbe

Der klassizistische Landschaftsarchitekt Peter Joseph Lenné verwandelt die Berliner Parks in Englische Gärten.

Das Potsdamer Schloss und der Schlosspark Glienicke stammen von Karl Friedrich Schinkel und Peter Joseph Lenné. Glienicke gehört als Bestandteil der Potsdamer Parklandschaft zum UNESCO Weltkulturerbe (Bahnhof Wannsee, S1, S7 oder Regionalbahn RE1 ab Ostbahnhof, Alexanderplatz, Friedrichstraße, Zoologischer Garten, dann Bus 116).

nach oben <<

Historismus und Jugendstil

Berlin entwickelt sich im 19. Jahrhundert zur modernen Weltstadt und industrialisiert sich, politische Bewegungen formieren sich.

1842 öffnet der Frankfurter Bahnhof, 1867 der Ostbahnhof (beide heute Ostbahnhof), 1847 der Hamburger Bahnhof, 1879 der Lehrter Bahnhof, 1882 folgen der Bahnhof Zoologischer Garten, der Bahnhof Friedrichstraße und der Bahnhof Alexanderplatz.

In dem neben dem Lehrter Bahnhof gelegenen Hamburger Bahnhof finden Sie heute das Museum für Gegenwart mit Werken von Joseph Beuys, Andy Warhol, Cy Twombly, Robert Rauschenberg, Anselm Kiefer, Richard Serra und den jungen Wilden (Lehrter Bahnhof, S3, S5, S7, S75, S9).

Der 1844 in der Berliner Innenstadt eröffnete Zoo ist der erste zoologische Garten Deutschlands (S- und U-Bahnhof Zoologischer Garten, S3, S5, S7, S75, S9, U2, U9, Bus 100, 200).

1848 kommt es im Verlauf der März-Revolution zu blutigen Barrikadenkämpfen in Berlin. Der König Friedrich Wilhelm IV nimmt Zugeständnisse zu Wahlrecht, Presse-, Versammlungs- und Koalitions-Freiheit später weitgehend zurück.

Die getöteten Demokraten werden im März 1848 auf den Stufen des Deutschen Dom am Gendarmenmarkt aufgebahrt. Sie finden im Deutschen Dom heute eine Ausstellung zu der Entwicklung der parlamentarischen Demokratie in Deutschland (U-Bahnhof Französische Straße, U6, U-Bahnhof Stadtmitte, U2, U6).

Der Berliner Druckerei-Besitzer Ernst Litfaß erfindet 1854 die Litfass-Säule.

Mit der raschen Industrialisierung wächst die Sozialdemokratische Partei: Berlin ist seit Mitte des 19. Jahrhunderts ein Zentrum der Arbeiterbewegung.

In Kreuzberg und Prenzlauer Berg finden Sie noch heute die im 19. Jahrhundert für Berlin typische Mischung aus Mietskasernen, Wohn-, Gewerbebauten und Geschäftshäusern - verbunden durch Innenhöfe (Kreuzberg: Oranienstraße/U-Bahnhof Moritzplatz, U8, Prenzlauer Berg: Kastanienallee/U-Bahnhof Eberswalderstraße, U2).

Ein zentral gelegenes Beispiel für die Berliner Mischung sind die Heckmann Höfe zwischen Oranienburger Straße 32 und Auguststraße 9 - das älteste Haus stammt aus dem Jahr 1845. Heute befinden sich in den Höfen Geschäfte, Cafe, Bar und Restaurant, ein Theater und eine Bonbonmacherei (S-Bahnhof Oranienburger Straße, S1, S2, U-Bahnhof Oranienburger Tor, U6).

1866 wird Berlin zur Hauptstadt des Norddeutschen Bundes, ab 1871 ist Berlin Hauptstadt des deutschen Reichs, der preußische König Wilhelm I ist jetzt deutscher Kaiser und Berlin ist "wilhelminisch", die Politik gestaltet der Kanzler Bismarck. Der gewonnene Krieg, die Reichsgründung und französische Zahlungen beleben die Konjunktur, es kommt zu einem Bauboom von Gebäuden in Neo-Gothik, Neo-Renaissance und Neo-Barock.

Inneneinrichtungen dieser Zeit sehen Sie im Gründerzeitmuseum Gutshaus Mahlsdorf, Wohnräume, Musikmaschinenzimmer, Dienstmädchenzimmer, Küche und Waschküche (S-Bahnhof Mahlsdorf, S5, Tram 62, Bus 198).

In der Oranienburger Straße wird 1866 die Neue Synagoge fertiggestellt (S-Bahnhof Oranienburger Straße, S1, S2, U-Bahnhof Oranienburger Tor, U6).

In der nach Zerstörungen durch Nationalsozialisten und Krieg wieder aufgebauten Neuen Synagoge sehen Sie heute eine Ausstellung zur Geschichte der Synagoge und jüdischen Gemeinde Berlins.

Das 1987 wiederhergestellte Haus der Familie des Architekten der Neuen Synagoge Eduard Knoblauch steht im Nikolai-Viertel. Hier können Sie in original ausgestatteten Räumen eine Ausstellung sehen zu der Geschichte der Familie Knoblauch im 19. Jahrhundert (S- und U-Bahnhof Alexanderplatz, S3, S5, S7, S75, S9, U2, U5, U8, Bus 100, 200).

Im Neo-Renaissance-Stil wird 1861-1869 das nach seiner roten Ziegel-Fassade benannte Rote Rathaus errichtet, 1877 bis 1881 der von Martin Gropius entworfene Martin-Gropius-Bau mit dem Kunstgewerbe-Museum (S- und U-Bahnhof Potsdamer Platz, S1, S2, S25, S26, U2, Bus 200) und 1884-1894 der Reichstag (S-Bahnhof Unter den Linden, S1, S2, S25, S26, Bus 100, 200).

Die Adelspaläste in Berlin Mitte werden nach 1871 zu Regierungsgebäuden und es wird weiter gebaut: Berlin Mitte ist jetzt Regierungsviertel und vornehmstes Quartier der Stadt.

Die wichtigsten Ministerien, Kanzleien und Botschaften liegen im 19. Jahrhundert entlang der Wilhelmstraße und ihren Seitenstraßen zwischen Pariser Platz und Unter den Linden (Wilhelmstraße, Bus 200, S-Bahnhof Unter den Linden, S1, S2, S25, S26, Bus 100, 200).

Der Kurfürstendamm wird 1875 zum Prachtboulevard ausgebaut: Fürst Bismarck hatte die Champs-Elysees in Paris gesehen und wollte so etwas in Berlin auch haben (S- und U-Bahnhof Zoologischer Garten, S3, S5, S75, S9, U2, U9, Bus 100, 200, U-Bahnhof Kurfürstendamm, U9, U1, U-Bahnhof Uhlandstraße, U1).

1888 hat der liberale Friedrich III 99 Tage Regierungs-Zeit vor seinem Tod, sein Sohn Wilhelm II übernimmt im gleichen Jahr die Regierung. Mutter Wilhelms II ist die älteste Tochter der britischen Queen Victoria.

1891-1895 entsteht zu Ehren des Großvaters Kaiser Wilhelm I. die Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche am Kurfürstendamm (S- und U-Bahnhof Zoologischer Garten, S3, S5, S75, S9, U2, U9, Bus 100, 200).

In der umgebauten Markthalle des Friedrichstadtpalast gastieren seit 1873 Artisten - des Zirkus Salomonsky, des Zirkus Renz, des Zirkus Schumann. Gegenüber dem Gelände steht heute der 1983 errichtete "Neue Friedrichstadtpalast" (Friedrichstraße 107, U-Bahnhof Oranienburger Tor, U6, S- und U-Bahnhof Friedrichstraße, S1, S2, S25, S3, S5, S7, S75, S9, U6).

1892 öffnet das neo-barocke Theater am Schiffbauerdamm am Spreeufer gegenüber Bahnhof Friedrichstraße (S- und U-Bahnhof, S1, S2, S25, S3, S5, S7, S75, S9, U6). Von 1903 bis 1906 ist Max Reinhardt hier Direktor. Es finden Uraufführungen von Stücken Gerhard Hauptmanns und Frank Wedekinds statt.

1895-96 wird in der Nähe des Kurfürstendamms das Theater des Westens erbaut - in einem Stilmix, der bis zum Jugendstil reicht (Kantstraße 12, S- und U-Bahnhof Zoologischer Garten, S3, S5, S7, S75, S9, U2, U9, U-Bahnhof Uhlandstraße, U1, U-Bahnhof Kurfürstendamm, U1, U9).

1881 kommen 40 Kisten in Berlin an: Heinrich Schliemann hat den trojanischen Schatz aus der Türkei geschmuggelt.

Der Schatz wird zunächst im Kunstgewerbe-Museum ausgestellt, seit 1922 im Museum für Vor- und Frühgeschichte in Schloss Charlottenburg (U-Bahnhof Richard-Wagner-Platz, U7, U-Bahnhof Sophie-Charlotte-Platz, U2). Sie können den trojanischen Schatz heute im Moskauer Puschkin-Museum besichtigen. In Schloss Charlottenburg finden Sie Nachbildungen.

1902 gelangt der Pergamon-Altar aus der Türkei nach Berlin. 1909 beginnt der Bau des Pergamon-Museums auf der Museums-Insel (S- und U-Bahn Friedrichstraße S1, S2, S25, S3, S5, S7, S75, S9, U6, S-Bahnhof Hackescher Markt S3, S5, S7, S75, S9, Tram M1, 50, Haltestelle Lustgarten Bus 200). Das Pergamon-Museum gehört heute als Teil der Museums-Insel zum UNESCO Weltkulturerbe.

1912 kommt die Kalksteinbüste der ägyptischen Königin Nofrete an.

1903/1904 wird Deutschlands größte Synagoge in der Rykestraße (Prenzlauer Berg) in neoromanischen Stil errichtet.

Im Scheunenviertel der Spandauer Vorstadt wachsen gegen Ende des 19. Jahrhunderts neben den flachen Bauten, Scheunen, Ställen und Lagerhallen die Mietskasernen (U-Bahnhof Weinmeisterstraße oder Rosenthaler Platz, U8, U-Bahnhof Rosa-Luxemburg-Platz, U2). Die Arbeiter der Stadtbahn und jüdische Einwanderer aus Osteuropa finden hier billige Unterkünfte.

1906-07 wird ein großer Teil des Scheunenviertels abgerissen, die Hackeschen Höfe entstehen mit dem im Jugendstil gehaltenen ersten Hof (S-Bahnhof Oranienburger Straße, S1, S2, U-Bahnhof Oranienburger Tor, U6, S-Bahnhof Hackescher Markt, S3, S5, S 7, S75, S9) und der Rosa-Luxemburg-Platz (damals Bülow-Platz). 1914 eröffnet am Rosa-Luxemburg-Platz die Volksbühne, Max Reinhardt ist von 1915 bis 1918 der Direktor (U-Bahnhof Rosa-Luxemburg-Platz, U2).

In der Mulackstraße des Scheunenviertels können Sie noch einige denkmalgeschützte Wohnhäuser aus den Jahren zwischen 1800 und 1900 sehen.

In der Spandauer Vorstadt werden in der Gegend um die Oranienburger Straße vornehme Wohn- und Geschäftshäuser gebaut.

In der Ruine der 1907 bis 1909 errichteten Friedrichstraßen-Passagen an der Oranienburger Straße finden Sie heute das Kunstzentrum Tacheles.

1905 übernimmt Max Reinhardt die Leitung des 1883 als Schauspielersozietät gegründeten Deutschen Theaters (Schumannstraße 13a, U-Bahnhof Oranienburger Tor, U6, S- und U-Bahnhof Friedrichstraße, S1, S2, S25, S3, S5, S7, S75, S9, U6) . Das Deutsche Theater spielt im Gebäude des 1850 eröffneten Friedrich-Wilhelmstädtischen Theaters. Max Reinhardt leitet das Haus bis 1933.

1907 eröffnet in der Nähe des Kurfürstendamms das Kaufhaus des Westens (U-Bahnhof Wittenbergplatz, U1, U2, U3). Architekt ist Erich Schaudt. Im Kadewe können Sie noch heute einkaufen, berühmt ist vor allem die umfangreiche Lebensmittelabteilung.

Ab 1912 entwickelt sich Berlin zur Filmstadt. Auf dem ehemaligen UFA-Gelände im Filmpark Babelsberg können Sie von Frühjahr bis Herbst hinter Kulissen sehen und sich in das Kabinett des Dr. Caligari wagen, am Griebnitzsee die Villen der UFA-Stars besichtigen und im Potsdamer Filmmuseum Filme aus 8 Jahrzehnten Babelsberger Filmgeschichte sehen (Bahnhof Babelsberg, Bahnhof Griebnitzsee oder Potsdam, S1 oder Regionalbahn RE1 ab Ostbahnhof, Alexanderplatz, Friedrichstraße, Zoologischer Garten, Bus 692).

Das Berliner Filmmuseum am Potsdamer Platz zeigt deutsche Filmgeschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart, darunter den Nachlass von Marlene Dietrich (S- und U-Bahnhof Potsdamer Platz, S1, S2, S25, S26, U2, Bus 200).

Wilhelm II verfolgt nach außen eine agressive imperiale, koloniale Politik, nach innen eine Militarisierung der Gesellschaft: Er führt Deutschland schließlich in den ersten Weltkrieg.

In der Zeit Wilhelms II spielt die wahre Geschichte des Schusters Wilhelm Voigt, der es mit einer geliehenen Hauptmannsuniform und schneidigem Auftreten schaffte, den Bürgermeister von Köpenick zu verhaften und die Stadtkasse zu beschlagnahmen. Im Rathaus von Köpenick finden Sie eine Ausstellung zum "Hauptmann von Köpenick" (S-Bahnhof Köpenick, S3, dann Tram 60, 62).

Dokumente und Fotos aus beiden Weltkriegen sehen Sie in dem 1925 von einem Pazifisten eröffneten Anti-Kriegs-Museum (Mitte, Brüsseler Str. 21, U-Bahnhaltestelle Amrumer Straße, U9)

nach oben <<

Weimarer Republik

In Berlin ruft Philipp Scheidemann 1918 aus einem Fenster des Reichstag die Republik aus, gefolgt von Karl Liebknecht aus dem Stadtschloss einige Stunden später.

Es kommt zu Straßenkämpfen, Wilhelm II geht in die Niederlande ins Exil. Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht werden von Freikorps Soldaten ermordet, die Republik gibt sich in Weimar die Verfassung, den Kapp-Putsch verhindert ein Generalstreik. Berlin ist nach London die zweitgrößte Stadt Europas. Der Berlin-Mythos der zwanziger Jahre beginnt.

Das letzte Schloss der Hohenzollern ist das 1913 bis 1917 für den Kronprinzen im englischen Landhaus-Stil gebaute Schloss Cecilienhof in Potsdam. Der Kronprinz flieht 1918 zunächst in die Niederlande, kann 1923 nach Schloss Cecilienhof zurückkehren und wohnt dort bis 1945. Schloss Cecilienhof gehört heute als Bestandteil der Potsdamer Parklandschaft zum UNESCO Weltkulturerbe (Neuer Garten, Bahnhof Potsdam, S1, oder Regionalbahn RE1 ab Ostbahnhof, Alexanderplatz, Friedrichstraße, Zoologischer Garten, dann Bus 692).

Das Bauhaus prägt die neuen Bauten Berlins. Walter Gropius, Großneffe von Martin Gropius baut mit Hans Scharoun die Siemensstadt (U-Bahnhof Rohrdamm, U-Bahnhof Siemensdamm, U7). Der - expressionistische - Architekt Hans Poelzig errichtet das Haus des Rundfunks (Masurenallee 8-14, U-Bahnhof Kaiserdamm, U-Bahnhof Theodor-Heuss-Platz, U2, S-Bahnhof Messe Nord/ICC/Witzleben, S45, S46) und das Filmtheater Babylon (U-Bahnhof Rosa-Luxemburg-Platz, U2).

Mies van der Rohe unterhält ein Architekturbüro in Berlin. Von ihm sind aus der Zeit vor dem Nationalsozialismus Wohnhäuser erhalten: Die 1933 fertiggestellte Villa Haus Lemke in Berlin-Hohenschönhausen (Oberseestr. 60, Haltestelle, Tram M5 ab S- und U-Bahnhof Alexanderplatz, S3, S5, S7, S75, S9, U2, U5, U8, Bus 100, Bus 200) zeigt wechselnde Ausstellungen zu Architektur und Kunst, in der Afrikanischen Straße in Berlin Wedding stehen drei Wohnblöcke Mies van der Rohes unter Denkmalschutz (Nr. 15/23, Nr. 29/33, Nr. 37/41, U-Bahnhof Afrikanische Straße, U6). Die im Auftrag der Kommunistischen Partei entworfenen Grabsteine für Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg auf dem Friedhof Berlin-Friedrichsfelde werden von den Nationalsozialisten zerstört.

Im 1976-1979 von Walter Gropius entworfenen Bauhaus-Archiv am Nollendorfplatz sehen Sie eine Dokumentation der Bauhaus-Geschichte und Arbeitsergebnisse der Werkstätten (Klingelhöferstraße 14, U-Bahnhof Nollendorfplatz, U1, U2, U3, U4).

Das 1892 eröffnete Theater am Schiffbauerdamm (gegenüber Bahnhof Friedrichstraße, anderes Spreeufer) zeigt in den 1920er Jahren Uraufführungen von Carl Zuckmayer, die Dreigroschenoper von Bertold Brecht und Kurt Weill, die Pioniere in Ingolstadt von Marieluise Fleißer (S- und U-Bahnhof Friedrichstraße, S1, S2, S25, S3, S5, S7, S75, S9, U6).

Den Friedrichstadtpalast am Schiffbauerdamm lässt Max Reinhardt 1919 von Hans Poelzig zum Großen Schauspielhaus umbauen. Ab Mitte der 20er Jahre veranstaltet Erik Charell hier Revuen. Mit der Bühne verbinden sich Namen wie Fritzi Massary, Max Pallenberg, Gitta Alpar, Comedian Harmonists, Claire Waldoff und Josephine Baker. Eine junge unbekannte Marlene Dietrich tritt hier auf. Der Bau von Hans Poelzig steht heute nicht mehr - auf der gegenüberliegenden Straßenseite hat seit 1983 der "Neue Friedrichstadtpalast" geöffnet (Friedrichstraße 107, U-Bahnhof Oranienburger Tor, U6, S- und U-Bahnhof Friedrichstraße, S1, S2, S25, S3, S5, S7, S75, S9, U6).

Das Scheunenviertel an der Spandauer Vorstadt prägt eine Mischung aus ostjüdischer Einwanderung, Armut, Politik, Kultur und Kunst (U-Bahnhof Weinmeisterstraße oder Rosenthaler Platz, U8, U-Bahnhof Rosa-Luxemburg-Platz, U2). Am heutigen Rosa-Luxemburg-Platz führt in der Volksbühne Erwin Piscator Stücke auf, daneben zeigt das von Hans Poelzig entworfene Filmtheater Babylon Stummfilme. 1926 erwirbt die KPD das Karl-Liebknecht-Haus - ein ursprünglich 1910 im Auftrag des Fabrikanten Werth errichtete Bürogebäude (Rosa-Luxemburg-Platz, U2).

Die ältesten erhaltenen Gebäude auf dem Alexanderplatz sind die nach Plänen von Peter Behrens 1928 bis 1931 im Stil der Neuen Sachlichkeit errichteten Alexanderhaus und Berolinahaus (Alexanderplatz 1-2, S- und U-Bahnhof, S3, S5, S7, S75, S9, U2, U5, U8, Bus 100, Bus 200).

Am Rosa-Luxemburg-Platz können Sie in der Volksbühne noch immer Theateraufführungen besuchen oder gleich gegenüber im Filmtheater Babylon Filme sehen (U-Bahnhof Rosa-Luxemburg-Platz, U2). Im Karl-Liebknecht-Haus, der einstigen Zentrale der KPD, hat jetzt die PDS ihren Sitz.

Im Theater am Schiffbauerdamm haben Helene Weigel und das Berliner Ensemble durch DDR-Zeiten hindurch das Erbe Bertold Brechts gepflegt. Sie sehen hier heute Aufführungen quer durch die Geschichte des Theaters einschließlich der Stücke Bertold Brechts (S- und U-Bahnhof Friedrichstraße, S1, S2, S25, S3, S5, S7, S75, S9, U6).

Im Mahlsdorfer Gründerzeitmuseum steht originalgetreu die Einrichtung der Mulackritze, einer Kneipe des Scheunenviertels (S-Bahnhof Mahlsdorf, S5, Tram 62, Bus 198). In den zwanziger Jahren zeichnete hier Heinrich Zille. Claire Waldoff verkehrte in der Mulackritze, Gustav Gründgens, Marlene Dietrich und Henny Porten. Zeichnungen des Berlins dieser Zeit finden Sie im Heinrich-Zille-Museum im Nikolai-Viertel (Probststraße 11, S- und U-Bahnhof Alexanderplatz, S3, S5, S7, S75, S9, U2, U5, U8, Bus 100, 200).

nach oben <<

Nationalsozialismus

Am 30. Januar 1933 wird Adolf Hitler Reichskanzler. Der Brand des Reichstagsgebäudes einen Monat später liefert endgültig den Vorwand, den politischen Gegner auszuschalten. Die Nationalsozialisten organisieren den Boykott jüdischer Geschäfte, zerstören Synagogen, veranstalten Bücherverbrennungen, vertreiben, verfolgen und ermorden jüdische Bürger, Oppositionelle, Roma und Sinti, Homosexuelle.

Die Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche Juni 1933 in der Puchanstraße 12 erinnert an die Köpenicker Folter-Opfer der SA (S-Bahnhof Köpenick, S3).

An die Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 erinnert zwischen Staatsoper, Alter Bibliothek, St-Hedwigs-Kathedrale und Universität ein in den Boden eingelassener verglaster Raum mit leeren Bücherregalen (Bebelplatz, S-Bahnhof Unter den Linden, S-Bahnhof Hackescher Markt, S3, S5, S7 S75, S9, Bus 100, 200).

Auf dem Prinz-Albrecht-Gelände vor dem Martin-Gropius-Bau dokumentiert das Zentrum "Topographie des Terrors" die nationalsozialistische Verfolgung: Gestapo, SS und das Reichsicherheitsamt hatten hier ihre Zentralen. Reste der Gestapo-Folterkeller sind freigelegt (S- und U-Bahnhof Potsdamer Platz, S1, S2, S25, S26, U2, Bus 200).

In der Stauffenbergstraße 13-14 am Südrand des Tiergartens liegt die Gedenkstätte Deutscher Widerstand im ehemaligen "Bendlerblock" (U-Bahnhof Kurfürstenstraße, U1). Der Bendlerblock war von 1914 bis 1918 das Reichsmarineamt, danach beherbergte das Gebäude die Reichswehrführung und das Oberkommando der Wehrmacht. Hier wurden nach dem mißlungenen Attentat auf Adolf Hitler am 20 Juli 1944 die Generäle Beck und Olbricht, Graf von Stauffenberg, Mertz von Quirnheim und von Haeften erschossen. Eine Ausstellung informiert über den deutschen Widerstand von kommunistischen bis zu christlichen Gruppen.

Eine weitere Gedenkstätte befindet sich in Plötzensee (U-Bahnhof Jakob-Kaiser-Platz, U7, dann Bus 123). In dem ehemaligen Zuchthaus wurden zwischen 1933 und 1945 rund 1800 Menschen verschiedener Nationen aus politischen Gründen hingerichtet - auch aus dem Kreis des 20. Juli 1944.

Die Olympischen Spiele in Berlin 1936 unterbrechen den Terror nur kurz. In dem von den Nationalsozialisten gestalteten Olympiagelände finden heute Fußballspiele, Sportveranstaltungen und Konzerte statt (das Gelände wird zur Zeit für die Fußballweltmeisterschaft 2006 bei laufendem Betrieb umgebaut, S- und U-Bahnhof Olympiastadion, S5, S75, U2).

Die Weimarer Republik hindurch war das Regierungsviertel unverändert geblieben, die Nationalsozialisten bauen die "Neue Reichskanzlei" an der Voßstraße und das Reichsluftfahrtsministerium. Albert Speer plant die bauliche Umgestaltung Berlins zu einer "pangermanischen Hauptstadt". Das Reichsluftfahrtsministerium ist erhalten (Bundesfinanzministerium, Wilhelmstraße 97, S- und U-Bahnhof Potsdamer Platz, S1, S2, S25, S26, U2, Bus 200).

1942 beschlossen die Nationalsozialisten in einer Wannsee-Villa den bereits angelaufenen Mord an Juden endgültig: Die Geschehnisse dokumentiert am Originalschauplatz die Ausstellung "Die Wannsee-Konferenz und der Völkermord an den europäischen Juden" (Am Großen Wannsee 56-58, Bahnhof Wannsee, S1, S7).

Im Krieg wird ein großer Teil Berlins zerstört. Hitler begeht am 30. April 1945 im "Führerbunker" der Reichskanzlei Selbstmord. Sowjetische Truppen hissen auf dem Brandenburger Tor die Rote Fahne - die Quadriga ist zerstört.

Im Deutsch-Russischen Museum in der Zwieseler Straße 4 im Lichtenberger Bezirk Karlshorst können Sie die Räume besichtigen, in denen am 9. Mai 1945 deutsche Generäle die bedingungslose Kapitulation unterzeichneten. Sie finden in dem Museum außerdem eine Dokumentation des deutschen Kriegs gegen die Sowjetunion (S-Bahnhof Karlshorst, S3 oder U-Bahnhof Tierpark, U5, dann jeweils Bus 396).

nach oben <<

Teilung Berlins nach dem 2. Weltkrieg

Stalin, Truman, Churchill bzw. Attlee treffen sich 1945 in Schloss Cecilienhof in Potsdam und legen im Potsdamer Abkommen die europäische Nachkriegsordnung fest.

Sie können die Konferenz-Räume in Schloss Cecilienhof besichtigen. Die Räume sind in dem Zustand von 1945 erhalten (Bahnhof Potsdam S1, oder Regionalbahn RE1 ab Ostbahnhof, Alexanderplatz, Friedrichstraße, Zoologischer Garten, Neuer Garten, Bus 692).

Berlin wird in vier Sektoren geteilt: Es gibt eine sowjetische, eine amerikanische, eine französische und eine britische Zone. Die Umgebung Berlins ist sowjetisches Gebiet.

Politisch verläuft die Teilung zwischen der Sowjetunion und den Westallierten. Die Grenze zieht sich durch das Regierungsviertel, das Brandenburger Tor und quer über die Friedrichstraße. Die Sowjetunion beantwortet die Einführung der D-Mark in den Westsektoren mit einer Blockade der Zufahrtswege nach Westberlin. Die Westalliierten versorgen die Bevölkerung über die "Luftbrücke".

1949 gründen sich die Bundesrepublik mit Bonn und die DDR mit Ost-Berlin als Hauptstadt, West-Berlin ist eine Insel umschlossen vom Gebiet der DDR. 1953 führt in der DDR der Widerstand von Bauarbeitern gegen erhöhte Arbeits-Normen, zum Aufstand des 17. Juni. Sowjetische Truppen schlagen den Protest nieder.

Die Wirtschaft der Bundesrepublik entwickelt sich schneller: Immer mehr DDR-Bürger gehen aus politischen, familiären und wirtschaftlichen Gründen über die Grenze. Es sind so viele, dass die DDR 1961 um Westberlin und an der Grenze zur Bundesrepublik eine Mauer errichtet. Die Flucht wird lebensgefährlich: Die Grenzsoldaten haben den Befehl zu schießen.

Sie sehen Reste der Grenze am ehemaligen Grenzübergang C - "Checkpoint Charlie" - an der Friedrichstraße, Ecke Zimmerstraße. Hier finden Sie auch das Haus am Checkpoint Charlie, das die mehr und weniger erfolgreichen Fluchtversuche über die Mauer dokumentiert (Friedrichstraße 43-45, Kochstraße, U6, Stadtmitte, U2). Checkpoint Charlie war der Sektorenübergang für Ausländer, Diplomaten, ausgewählte DDR-Bürger, ausgetauschte Agenten und Militärs mitten in Berlin.

Ein Mauerabschnitt ist erhalten an der Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße (Nordbahnhof, S1, S2, Bernauer Straße, U8). Gegenüber der Gedenkstätte informiert ein Dokumentationszentrum.

Ein von Künstlern bemaltes Mauerstück - die East Side Gallery - steht an der Mühlenstraße Richtung Oberbaumbrücke (S-Bahnhof Warschauer Straße, S3, S5, S7, S75, S9).

An der Niederkirchnerstraße 8-10 steht ein - von Andenkenjägern abgenagter - Mauerrest (S- und U-Bahnhof Potsdamer Platz, S1, S2, S25, S26, U2, Bus 200)

Die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde in der Marienfelder Allee 666-80 in Tempelhof zeigt eine Dokumentation über die Aufnahme der DDR-Flüchtlinge (S-Bahnhof Marienfelde, S2).

Ein neuer Berlin-Mythos der Ost-West-Spionage, der Agenten, der Flucht über die Mauer entsteht. Die Zeit des Kalten Krieges in Berlin behandelt das Aliierten Museum im ehemaligen Kino der US-Army "Outpost" in der Clay-Allee 125 (U-Bahnhof Oskar-Helene-Heim, U1).

In Lichtenberg sehen Sie in der Forschungs- und Gedenkstätte Normannenstraße die Räume des DDR Ministeriums für Staatssicherheit, darunter das Büro Erich Mielkes (U-Bahnhof Magdalenenstraße, U5).

Ein Gefängnis der Staatssicherheit besichtigen Sie in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen (Genslerstraße 66, Tram M6, 16).

In der Potsdamer Innenstadt zeigt die Gedenkstätte Lindenstraße ein ehemaliges Staatssicherheitsgefängnis (Lindenstraße 24, Bahnhof Potsdam, S1 oder Regionalbahn RE1 ab Ostbahnhof, Alexanderplatz, Friedrichstraße, Zoologischer Garten).

Die Architektur knüpft nach 1945 an die Zeit vor 1933 an: In West-Berlin ensteht im Kulturforum am Tiergarten von Mies van der Rohe 1968 die Neue Nationalgalerie, von Hans Scharoun 1963 die Philharmonie und 1979 die Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz (S- und U-Bahnhof Potsdamer Platz S1, S2, S25, S26, U2, Bus 200), von Walter Gropius 1979 das Bauhaus-Archiv (Klingelhöferstraße 14, U-Bahnhof Nollendorfplatz, U1, U2, U3, U4).

Für die INTERBAU 1957 entwirft Le Corbusier die Unite d'Habitation am Olympiastadion (Flatowallee 16, S- und U-Bahnhof Olympiastadion, S5, S75, U2) und Hugh Stebbins die Kongresshalle - Haus der Kulturen der Welt (Lehrter Bahnhof, S3, S5, S7, S75, S9), Zentrum der INTERBAU 1957 war das im zweiten Weltkrieg völlig zerbombte Hansa-Viertel (S-Bahnhof Tiergarten, S3, S5, S7, S75, S9, U-Bahnhof Hansaplatz, U9): Neben vielen anderen Bauten renommierter Architekten steht hier ein Wohnblock von Alvar Aalto in der Nähe der U-Bahnstation Hansaplatz (Klopstockstraße 30-32, U9), ein Wohnblock von Walter Gropius in der Händelallee 3-9, ein Gebäude von Oscar Niemeyer an der Altonaer Straße 4-14 und ein Haus von Max Taut am Hanseatenweg 1-3.

Andere Beispiele der modernen Architektur dieser Zeit sind die 1961 eröffnete Deutsche Oper von Fritz Bornemann (U-Bahnhof Deutsche Oper, U2, U-Bahnhof Bismarckstraße, U7), die neue Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche von Egon Eiermann (Breitscheidplatz, S- und U-Bahnhof Zoologischer Garten, S3, S5, S7, S75, S9, U2, U9, Bus 100, 200).

Im Ostteil Berlins bebauen Erwin Henselmann, Richard Paulick, Egon Hartmann, Hans Hopp und Kurt Leucht die Stalinallee, heute Karl-Marx-Allee. Am Alexanderplatz sind Dieter und Franke die Architekten des 1969 eröffneten Fernsehturm, Erwin Henselmann der Architekt des Haus des Lehrers (S- und U-Bahnhof Alexanderplatz, S3, S5, S7, S75, S9, U2, U5, U8, Bus 100, Bus 200). 1973-76 wird der von Heinz Graffunder entworfene Palast der Republik (2006 abgerissen für den Neubau des Berliner Stadt-Schlosses). International erfolgreich sind die geschwungenen Schalenbauten von Ulrich Müther: Er baut das - inzwischen abgerissene - Restaurant Ahornblatt in Berlin Mitte, das Restaurant Seerose an der Havel in Potsdam (Breite Straße, Bahnhof Potsdam, S1), das Planetarium in Prenzlauer Berg (S-Bahnhof Prenzlauer Allee, Tram M1, S41, S42, S8) und Planetarien in Wolfsburg, Helsinki, Kuwait und Tripolis.

Im Prenzlauer Berg wird die Synagoge in der Rykestraße renoviert, sie öffnet 1953 erneut.

1958 stellt die DDR eine aus - in West-Berlin gelagerten - Abgüssen rekonstruierte Quadriga auf das Brandenburger Tor - ohne Preussen-Adler und ohne Eisernes Kreuz.

In den 1960er und 70er Jahren plant man Wohnraum an menschlichen Bedürfnissen vorbei: in West-Berlin mit den Hochhaus-Siedlungen von Gropiusstadt und dem Märkischen Viertel, so wie in Ost-Berlin mit den Plattenbauten von Marzahn, Hellersdorf und Hohenschönhausen.

Heute versuchen Berliner Wohnungsgesellschaften, leer stehende Plattenbauten mit Kunst und Farbe neu zu beleben, zum Teil werden Häuser abgerissen.

Das wirtschaftliche, kulturelle und politische Leben West-Berlins entwickelt sich unter besonderen Bedingungen: subventioniert und gefördert. In den sechziger Jahren leben viele Schriftsteller und Künstler zeitweise in West-Berlin, die Freie Universität zieht Studenten aus der Bundesrepublik an, Wehrdienstverweiger finden Asyl - aufgrund des Sonderstatus der Stadt müssen West-Berliner keinen Wehrdienst ableisten.

Ausländische Arbeitnehmer wandern in das Bundesgebiet und nach Westberlin ein. Besonders in Kreuzberg siedeln sich mehr und mehr türkische Geschäfte, kulturelle und religiöse Einrichtungen an.

1967 wird der Student Benno Ohnesorg in West-Berlin bei einer Demonstration gegen den Schah von Persien erschossen: der Beginn der Demonstrationen der Außerparlamentarischen Opposition. Der Studentenführer Rudi Dutschke wird bei einem Attentat auf dem Kurfürstendamm schwer verletzt. Jugendliche und Studenten besetzen leerstehende Häuser, mit der politischen entsteht eine kulturelle alternative Szene.

Übrig geblieben ist aus dieser Zeit in Kreuzberg der Mehringhof (U-Bahnhof Gneisenaustraße, U7) und in Tempelhof die UFA-Fabrik (U-Bahnhof Ullsteinstraße, U6). Das Tempodrom in Kreuzberg ist aus einem Zirkuszelt am Potsdamer Platz entstanden (U-Bahnhof Möckernbrücke, U7, U-Bahnhof Hallesches Tor, U1, U6, S-Bahnhof Anhalter Bahnhof, S1, S2).

Parallel dazu gibt es in Ostberlin eine - von der Staatssicherheit überwachte - Künstlerszene am Prenzlauer Berg. Erhalten ist der Hirschhof, die für Ost-Berlin einzigartige Hofgestaltung einer Bewohner-Initiative (Kastanienallee 12, U-Bahnhof Eberswalder Straße, U2) und die Kulturbrauerei in der Schönhauser Allee 36 (U-Bahnhof Eberswalder Straße, U2), hervorgegangen aus dem Franzclub in der stillgelegten Schultheiss-Brauerei.

Das Schauspielhaus von Hans Poelzig wird von der DDR 1986 endgültig abgerissen, seit 1983 hat auf der gegenüberliegenden Straßenseite der "Neue Friedrichstadtpalast" geöffnet (Friedrichstraße 107, U-Bahnhof Oranienburger Tor, U6, S- und U-Bahnhof Friedrichstraße, S1, S2, S25, S3, S5, S7, S75, S9, U6).

Zur 1987 in beiden Teilen Berlins gefeierten 750-Jahr-Feier wird in der DDR die Nikolai-Kirche und das Nikolai-Viertel rekonstruiert - im Versuch, ein Bild des historischen "Alt-Berlin" zu vermitteln (S- und U-Bahnhof Alexanderplatz, S3, S5, S7, S75, S9, U2, U5, U8, Bus 100, Bus 200).

Sie finden im restaurierten Nikolai-Viertel das Lessinghaus, in dem Gotthold Ephraim Lessing "Minna von Barnhelm" schrieb und das von der Fischerinsel versetzte historische "Gasthaus Zum Nussbaum". In dem rekonstruierten Haus der Familie Knoblauch Ecke Nikolaikirchplatz und Poststraße waren Gotthold Ephraim Lessing, Moses Mendelssohn, Alexander und Wilhelm von Humboldt, der General Gerhard Johann David von Scharnhorst und Freiherr von Stein zu Gast.

nach oben <<

Wiedervereinigung, repräsentative Regierungs- und Firmengebäude

1989 macht der sowjetische Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow klar, dass die Zeiten sich geändert haben. Sein Spruch: "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben." wird zum geflügelten Wort. Erich Honecker wird abgelöst, DDR-Bürger demonstrieren auf den Straßen. Am 9. November 1989 gibt Politbüro-Mitglied Günther Schabowski die Öffnung der Grenzen bekannt. Über eine Million Menschen feiern den Anfang vom Ende der Teilung.

1991 entscheidet sich der neu gewählte gesamtdeutsche Bundestag für Berlin und den Reichstag als Regierungssitz. Der Architekt Sir Norman Foster erhält den Zuschlag für den erforderlichen Umbau und die neue gläserne Reichstagkuppel (S-Bahnhof Unter den Linden, S1, S2, S25, S26, Bus 100, 200). Vor dem Beginn der Bauarbeiten verpacken Christo und Jeanne-Claude den Reichstag und verleihen dem geschichtlichen Ernst einen Hauch von spielerischer Leichtigkeit.

Sir Norman Fosters gläserne Reichtagskuppel ist begehbar. Auf der Aussichtsplattform haben Sie einen guten Blick über Berlin.

Das Brandenburger Tor wird restauriert - seit 1991 hält die Göttin wieder einen Stab mit Preußen-Adler und Eisernem Kreuz.

Der Umzug von Bonn nach Berlin beginnt. Parlamentarier, Behörden, Firmenzentralen, Botschaften, Verbände....Spektakuläre neue Bauten entstehen: die Firmenzentralen am Potsdamer Platz (U- und S-Bahnhof, S1, S2, S25, S26, U2, Bus 200), die DG Bank von Frank Gehry am Pariser Platz (S-Bahnhof Unter den Linden, S1, S2, S25, S26, Bus 100, 200), das Jüdische Museum von Daniel Libeskind (Lindenstraße 9-14, Kreuzberg, U-Bahnhof Hallesches Tor, U1, U6), an der Friedrichstraße die Friedrichstadt-Passagen mit dem Quartier 206 von I.M.Pei, Cobb und Freed und dem Quartier 207 von Jean Nouvel (Bus 100, 200, S- und U-Bahnhof Friedrichstraße S1, S2, S25, S3, S5, S7, S75, S9), das Neue Kranzlereck von Helmut Jahn (Kurfürstendamm 16-24, S- und U-Bahnhof Zoologischer Garten, S3, S5, S7, S75, S9, U2, U9, Uhlandstraße, U1, Kurfürstendamm, U1, U9), die Regierungsgebäude an der Spree (Unter den Linden, S1, S2, S25, S26, Bus 100, Bus 200) und die Botschaften im Bezirk Tiergarten, der Schweizer Architekt Max Dudler errichtet minimalistische Gebäude an Gendarmenmarkt (BEWAG, Markgrafenstraße 35, U-Bahnhof Französische Straße, U6, U-Bahnhof Stadtmitte, U2, U6) und Friedrichstraße (29-31, Bus 100, 200, S- und U-Bahnhof Friedrichstraße S1, S2, S25, S3, S5, S7, S75, S9) und es wird weiter gebaut. 2004 erhält das Olympiastadion ein neues Dach, eröffnet die niederländische Botschaft von Rem Kohlhaas (U-Bahnhof Klosterstraße, U2), 2006 der neue Lehrter Bahnhof - Zentralbahnhof (S3, S5, S7, S75, S9) ...

Die Synagoge in der Rykestraße wird erneut renoviert, September 2007 findet im Prenzlauer Berg die Wiedereröffnung statt.

nach oben <<

... diesen Link Ihrer Webseite hinzufügen

Impressum