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Jazz in Frankfurt: Jazzkeller

Jazz in Frankfurt: Frankfurt Sound

von oben nach unten:
Main
Jazzkeller
Ausstellung "Der Frankfurt Sound", Karmeliterkloster

Frankfurt am Main: Jazz

Frankfurt bezeichnet sich als "deutsche Hauptstadt des Jazz" - Fakt ist, Sie können hier in Musiklokalen und Veranstaltungs-Reihen guten Jazz hören.

Neben Berlin und Hamburg war Frankfurt schon in den 1920er Jahren ein Jazz-Zentrum. 1928 bot das Dr.Hochsche Konservatorium eine eigene Jazzklasse an - vermutlich die weltweit erste formale Ausbildung in diesem Bereich.

Die Nationalsozialisten verboten den Jazz, kamen gegen die Popularität des Musikstils jedoch nicht an. Wie in anderen deutschen Großstädten, gab es in Frankfurt eine Szene swingbegeisterter Jugendlicher, die sich nach englisch-amerikanischem Stil kleidete, ausländische Radiosender hörte, Parties veranstaltete, Jazzplatten beschaffte, Swing-Musik hörte und spielte. 1941 gründeten Swing Musiker den Frankfurt Hot Club.

Der Trompeter und Musiktheoretiker Carlo Bohländer, die Musiker Emil und Albert Mangelsdorff, der in Eisenach geborene Schlagzeuger und Konzert-Verstalter Horst Lippmann stammen aus dieser Swing-Szene.

1945 fanden die kurz zuvor noch von den Nazis verfolgten Swing-Musiker in Frankfurt plötzlich ideale Bedingungen: Eine Woche nach Waffenstillstand erhielt Carlo Bohländer von den amerikanischen Besatzungsbehörden die Erlaubnis für das erste Jazzkonzert.

Die US-Army richtete ihr Hauptquartier am Grüneburg-Park im Poelzig Bau der IG-Farben ein, die Rhein-Main Air Base wurde zum zentralen Umschlagplatz für die Versorgung der Soldaten, eine große Zahl amerikanischer Kasernen und Stützpunkte entstand, Auftritte in den zahlreichen Clubs der amerikanischen Soldaten und Offiziere boten deutschen Musikern Gelegenheit, mit und vor Amerikanern zu spielen.

1951 veranstaltete Horst Lippmann ein Konzert zum 10jährigen Bestehen des Frankfurt Hot Club. Die erfolgreiche Veranstaltung wiederholte er 1952 und machte daraus 1953 - aus Anlass der Tagung der deutschen Jazzföderation in Frankfurt - das weltweit erste heute noch bestehende Jazzfestival.

Inzwischen richtet der hessische Rundfunk das Deutsche Jazz-Festival jährlich im Herbst aus. Karten für das Frankfurter Jazz-Festival können Sie hier online bestellen.

1952 entstand eine weitere Frankfurter Jazz-Institution: der Jazzkeller.

Von dem ersten Jazzfestival 1953 gibt es die Aufnahme einer deutschen Allstar Band mit James Last, Paul Kuhn, Max Greger, Günther Fullisch, Delle Hänsch, Fred Bunge, Franz von Klenck, Gerd Hühns und Teddy Paris - online erhältlich bei jpc.de oder bei amazon.de.

Ebenfalls bei jpc.de oder bei amazon.de erhalten Sie die Aufnahmen der Deutschen Jazz-Festivals 1954 und 1955 auf 8 CDs zusammen mit einer ausführlichen bebilderten Dokumentation. Sie hören dort neben dem traditionellen Jazz der Two Beat Stompers, den September Song der Rolf Kühn Allstars, Swing von Paul Kuhn, Cool Jazz von Jutta Hipp mit Albert Mangelsdorff, Big Band Sound von Kurt Edelhagen mit Caterina Valente.

Wie Rolf Kühn kam die Designerin und Pianistin Jutta Hipp aus der Leipziger Jazz Szene der 1940er Jahre. Jutta Hipp leitete von 1953 - 1955 ein Quintett in Frankfurt. Wie Rolf Kühn schaffte Jutta Hipp den Sprung in die USA: Sie spielte ihren Cool Jazz im New Yorker Hickory House, Blue Note brachte Aufnahmen von ihr heraus, sie trat 1956 beim Newport Jazz Festival auf. 1958 beendete sie ihre Karriere als Musikerin. Die - bei amazon.de oder hierbei jpc.de erhältlichen - Aufnahmen Jutta Hipps mit Ihrem Quintett, mit Hans Koller, mit Lars Gullin, im Hickory House I und im Hickory House II, oder mit Zoot Sims bleiben hörenswert.

Eine - humorvolle - Geschichtschreibung des deutschen Jazz der Nachkriegszeit wurde vor einigen Jahren wieder aufgelegt: Erhältlich - bei jpc.de oder bei amazon.de- ist die Opa Hirchleitner Story des Jahres 1958 mit dem Text des Journalisten H. Werner Wunderlich und den Musikern Albert und Emil Mangelsdorff, Hans Koller, Joki Freund, Pepsi Auer, Dusko Gojkovich, Rudi Sehring und Peter Trunk.

Zur Frankfurter Jazz-Szene stießen im Lauf der Jahre neue Musiker hinzu: der Bassist Günter Lenz, der Saxofonist Heinz Sauer, der Schlagzeuger Ralf Hübner, der Soziologe, Karikaturist und Gitarrist Volker Kriegel, der Pianist Bob Degen, der Saxofonist Christof Lauer, der Bassist und Komponist Vitold Rek, der Saxofonist Tony Lakatos, der Gitarrist Michael Sagmeister, die Saxofonistin Corinna Danzer, der Gitarrist Martin Lejeune, die Organistin Maggie Scott ....

Die Frankfurter Jazz-Tradition führt heute die Jazzinitiative weiter. Die Hochschule für Musik bietet seit 1994 wieder einen Studiengang "Jazz und Populärmusik" an. Und im nahen Darmstadt befindet sich mit dem Jazz-Institut das weltweit drittgrößte und in Europa größte Informations- und Dokumentationszentrum zum Thema Jazz.

Bis Januar 2005 konnten Sie im Karmeliterkloster die Ausstellung des Frankfurter Instituts für Stadtgeschichte zum "Frankfurt Sound" sehen. Dazu gibt es - bei amazon.de erhältlich - das Buch des Gitarristen Jürgen Schwab über die Geschichte des Jazz in Frankfurt.

Aus dem Jahr 1993 und aus den USA stammt der auf DVD erhältliche Film Swing Kids über die Swing Jugend der Nazi-Zeit. In Berlin - und in Konzentrationslagern - spielt der autobiographische Bericht Coco Schumanns "Der Ghetto-Swinger".

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