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Goethe in Frankfurt

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Börneplatz
alter jüdischer Friedhof, Boerneplatz

Reisen mit Goethe
- Frankfurt am Main

Ludwig Börne über Goethe*:

Was machte Goethe, den größten Dichter, zum kleinsten Menschen? Was schlang Hopfen und Petersilie durch seine Lorbeerkrone? Was setzte die Schlafmütze auf seine erhabene Stirne? Was machte ihn zum Knechte der Verhältnisse, zum feigen Philister, zum Kleinstädter?

Er war Protestant und seine Familie war ratsfähig. Er war schon sechzig Jahre alt, stand auf dem höchsten Gipfel seines Ruhms und Weihrauchwolken unter seinen Füßen wollten ihn trennend schützen vor den niedern Leidenschaften der Talbewohner; - da ärgerte er sich, als er erfuhr, die Frankfurter Juden forderten Bürgerrechte, und er geiferte gegen die "Humanitätssalbader", die den Juden das Wort sprächen...

Goethe hat sich mit wenigen Worten treffender und wahrer geschildert als irgend ein Anderer vermochte. Er sagt in seinem Leben:"Es liegt nun einmal in meiner Natur, ich will lieber eine Ungerechtigkeit begehen als eine Unordnung ertragen."...

Die Liebe, die alle Trennung aufhebt, die kunsttötende galt ihm als Unordnung. Für Unordnung galt ihm, wenn die Macht wechselte, wie alles wechselt, und von dem Starken zu dem Schwachen, von den Unterdrückern zu den Unterdrückten überging. Goethe war ein Stabilitäts-Narr, und die Bequemlichkeit war seine Religion.

Er hätte gern die Zeit an den Raum festgenagelt. Das gelang ihm nicht, aber es gelang ihm, sein Volk aufzuhalten, da er lebte und noch nach seinem Tode, denn über seine Leiche muss es schreiten, will es zu seinem Ruhme und zu seinem Glücke kommen.

*aus: Rezension von "Goethes Briefwechsel mit einem Kinde", 1835, zitiert nach
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Ludwig Börne wurde 1786 in der Frankfurter Judengasse geboren. Er ist ein Zeitgenosse Goethes.

Die französischen Gesetzte erlaubten es Juden, in Staatsämter einzutreten. Ab 1811 war Ludwig Börne Polizeiaktuar in Frankfurt. Er verlor das Amt 1813, als nach dem Sieg über Napoleon die liberale französische Gesetzgebung aufgehoben wurde.

Wie Heinrich Heine ließ sich Ludwig Börne evangelisch taufen, wie Heinrich Heine emigrierte er nach Paris.

Einige Bewunderer Ludwig Börnes wanderten nach Texas aus und benannten ihre Stadt nach ihm www.mainstreetboerne.com.

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