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Bilder aus Weimar
Schillers Wohnhaus

Weimar:
Friedrich Schiller

Der 28jährige Friedrich Schiller kam 1787 zum ersten Mal nach Weimar mit dem Ziel, sich hier eine Existenzgrundlage aufzubauen: Er befand sich nach seiner Flucht aus Württemberg 1782 in finanziell ungesicherter Lage, abhängig von Gönnern.

Schiller nahm Kontakt auf zu Wieland, Herder und von Knebel, die Herzogin-Witwe Anna Amalia lud ihn ein. Er schrieb in dieser Zeit die "Geschichte des Abfalls der Niederlande von der spanischen Regierung".

Johann Wolfgang Goethe kehrte im Juni 1788 aus Italien zurück, es kam jedoch noch nicht zu dem späteren engen Kontakt.

1788 lernte Schiller in Rudolstadt seine spätere Frau kennen - die mit Charlotte von Stein befreundete Charlotte von Lengefeld.

Goethe befürwortete 1789 die Berufung Schillers als Professor an die Universität Jena, 1794 begann die Zusammenarbeit am Weimarer Hoftheater, die 1799 zur Rückkehr Schillers nach Weimar führte.

Schiller starb in Weimar 1805. Das heute als Schillers Wohnhaus bekannte Gebäude bezogen Charlotte und Friedrich von Schiller mit ihren vier Kindern 1802.

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Aus Johann Wolfgang von Goethe: Briefe, Tagebücher, Gespräche

An das Geheime Consilium
Gehorsamstes Promemoria.
Herr Friedrich Schiller, welchem Serenissimus vor einigen Jahren den Titel als Rath ertheilt, der sich seit einiger Zeit theils in der Nachbarschaft aufgehalten, hat sich durch seine Schriften einen Nahmen erworben, besonders neuerdings durch eine Geschichte des Abfalls der Niederlande von der Spanische Regierung Hoffnung gegeben, daß er das historische Fach mit Glück bearbeiten werde. Da er ganz und gar ohne Amt und Bestimmung ist; so gerieth man auf den Gedancken: ob man selbigen nicht in Jena fixiren könne, um durch ihn der Akademie neue Vortheile zu verschaffen.
Er wird von Personen die ihn kennen auch von Seiten des Charackters und der Lebensart vortheilhaft geschildert, sein Betragen ist ernsthaft und gefällig und man kann glauben daß er auf junge Leute guten Einfluß haben werde.
In diesen Rücksichten hat man ihn sondirt und er hat seine Erklärung dahin gegeben: daß er eine auserordentliche Professur auf der Jenaischen Akademie anzunehmen sich wohl entschließen könne, wenn auch selbige vorerst ihm ohne Gehalt konferirt werden sollte. Er würde suchen sich in der Geschichte fest zu setzen und in diesem Fache der Akademie Sachen nützlich zu seyn.
Endesunterzeichneter hat hierauf, da es in Gotha Gelegenheit gab von Akademischen Sachen zu besprechen, sowohl Serenissimo nostro et Gothano als auch Herrn Geh. Rath v. Franckenberg die Eröffnung gethan und der Gedancke ist durchgängig gebilligt worden, besonders da diese Acquisition ohne Aufwand zu machen ist. Serenissimus noster haben darauf an Endesunterzeichneten befohlen die Sache an dero geheimes Consilium zu bringen, welches er hiermit befolget und zugleich diese Angelegenheit zu gefälliger Beurtheilung und Beschleunigung empfiehlt, damit mehrgedachter Rath Schiller noch vor Ostern seine Anstalten und Einrichtung machen und sich als Magister qualificiren könne.
W. d. 9. Dec. 88.J. W. v. Goethe.

Aus Wilhelm Bode: Goethe in vertraulichen Briefen seiner Zeitgenossen

Weimar, 2. Februar 1789, Schiller an Körner

... Öfters um Goethe zu sein, würde mich unglücklich machen. Er hat auch gegen seine nächsten Freunde kein Moment der Ergießung, er ist an nichts zu fassen. Ich glaube in der Tat, er ist ein Egoist in ungewöhnlichem Grade. Er besitzt das Talent, die Menschen zu fesseln und durch kleine sowohl als große Attentionen sich verbindlich zu machen; aber sich selbst weiß er immer frei zu behalten. Er macht seine Existenz wohltätig kund, aber nur wie ein Gott, ohne sich selbst zu geben - dies scheint mir eine konsequente und planmäßige Handlungsart, die ganz auf den höchsten Genuß der Eigenliebe kalkuliert ist. Ein solches Wesen sollten die Menschen nicht um sich herum aufkommen lassen. Mir ist er dadurch verhaßt, ob ich gleich seinen Geist aus ganzem Herzen liebe und groß von ihm denke. Ich betrachte ihn wie eine stolze Prüde, der man ein Kind machen muß, um sie vor der Welt zu demütigen. Eine ganz sonderbare Mischung von Haß und Liebe ist es, die er in mir erweckt hat, eine Empfindung, die derjenigen nicht ganz unähnlich ist, die Brutus und Cassius gegen Caesar gehabt haben müssen; ich könnte seinen Geist umbringen und ihn wieder von Herzen lieben ... An seinem Urteil liegt mir überaus viel ...

Jena, 1. September 1794, Schiller an Körner

Bei meiner Zurückkunft fand ich einen sehr herzlichen Brief von Goethe, der mir nun endlich mit Vertrauen entgegenkommt. Wir hatten vor sechs Wochen über Kunst und Kunsttheorie ein langes und breites gesprochen und uns die Hauptideen mitgeteilt, zu denen wir auf ganz verschiedenen Wegen gekommen waren. Zwischen diesen Ideen fand sich eine unerwartete Übereinstimmung, die um so interessanter war, weil sie wirklich aus der größten Verschiedenheit der Gesichtspunkte hervorging. Ein jeder konnte dem anderen etwas geben, was ihm fehlte, und etwas dafür empfangen. Seit dieser Zeit haben diese ausgestreuten Ideen bei Goethe Wurzel gefaßt, und er fühlt jetzt ein Bedürfnis, sich an mich anzuschließen und den Weg, den er bisher allein und ohne Aufmunterung betrat, in Gemeinschaft mit mir fortzusetzen ...

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