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Bei einem Besuch der Wartburg erhalten sie einen anschaulichen Einblick in

mittelalterliches Geschehen und

die romantische Vorstellung davon im Deutschland des 19. Jahrhunderts.

Als Versteck Martin Luthers ist die Burg ein Symbol der Reformation.

Die Wartburg gehört zum UNESCO Welterbe.

Sie erreichen die Wartburg von Eisenach aus in ca. einer dreiviertel Stunde zu Fuß oder Sie fahren mit dem Auto oder dem Bus bis zum Parkplatz an der Eselstation.

Kinder dürfen im Sommer das letzte Stück auf einem Esel reiten. Für ältere oder gehbehinderte Leute gibt es einen Pendelbus.

Die Burg wird um 1080 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Der älteste erhaltene Bauteil stammt aus dem letzten Drittel des 12. Jahrhunderts.

Das Mittelalter hindurch war die Wartburg ein kulturelles, religiöses und politisches Zentrum.

Wolfram von Eschenbach verfasste hier Teile des Parzifals, Walter von der Vogelweide beschäftigte sich in seinen Versen mit dem Landgrafen der Wartburg und seinem Hof. Ein anonymes mittelhochdeutsches Gedicht berichtet von einem Sängerkrieg auf der Wartburg.

Die Landgräfin Elisabeth schuf sich hier Freiraum für karitative Betätigung - wohl als erste First Lady der Geschichte. Als einzige First Lady der Geschichte wurde sie für ihr Wirken kurz nach ihrem Tod heilig gesprochen.

1521 fand Martin Luther auf der Wartburg Schutz, er übersetzte hier das neue Testament ins Deutsche.

Das Zimmer, in dem sich Luther versteckt hielt, können Sie besichtigen, zusammen mit der Stelle, an der einst über die Jahrhunderte hinweg sorgfältig ein Tintenfleck gepflegt wurde: Luther habe dem Teufel ein Tintenfass hintergeworfen, lautete die Legende.

Martin Luther hatte mehr Glück auf der Wartburg als der Wiedertäufer Fritz Erbe, ein einfacher Landwirt, der sich standhaft weigerte, seinem Glauben abzuschwören.

Fritz Erbe verbrachte 1540 bis zu seinem Tode 1548 im Verlies des Südturms. Er hat dafür gesorgt, dass die Nachwelt ihn nicht vergisst: Mit der Hand hat er seinen Namenszug in die Wand eingeritzt.

1777 hielt sich Johann Wolfgang von Goethe 5 Wochen lang auf der Wartburg auf. Seine Zeichnungen geben einen Eindruck von der Wartburg in dieser Zeit.

Um 1800 ließ hier der Dichter Novalis den Minnesänger "Heinrich von Ofterdingen" von der blauen Blume der Romantik träumen.

1817 wählten Jenaer Studenten die Wartburg als Versammlungsort der Burschenschaften im Vorfeld der bürgerlichen Revolution von 1848.

1838 wurde die Burg restauriert im Sinne einer romantischen Verklärung des Mittelalters.

Richard Wagner nahm die Sage vom Sängerkrieg auf der Wartburg als Grundlage für die Oper Tannhäuser.

Nehmen Sie an einer Führung teil: So können Sie die Innenräume besichtigen.

Die Sammlung auf der Wartburg enthält mittelalterliche Gegenstände und Kunstwerke, Möbel und Bilder u.a. von Lucas Cranach d.Ä., Erstdrucke von Luthers Schriften und reformatorische Flugblätter.

Bei schönem Wetter lohnt sich der Aufstieg auf den Turm: Sie haben einen herrlichen Blick über den Thüringer Wald.

An den Wochenenden der Sommermonate finden abends im Festsaal, in den Burghöfen und in der Kapelle der Wartburg Konzerte statt.

Von der Wartburg aus führen romantische Wege zu einem engen Felstal, der Drachenschlucht, zur Sängerwiese und zur Eliashöhle.

Passend zum Eisenacher Wappen, dem Drachentöter St.Georg soll in der Drachenschlucht einst ein gefährlicher Drache gehaust haben.

Von der Sängerwiese wird behauptet, dass hier der Sängerkrieg zwischen Walter von der Vogelweide, Wolfram von Eschenbach, Reinmar von Zweter und Heinrich von Ofterdingen stattgefunden hat.