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Das kleine, provinzielle Weimar war Jahrhunderte hindurch der Treffpunkt sehr berühmter Leute.

Gehen Sie in Weimar bei einem Stadtrundgang auf Zeitreise - vom Homo Erectus zur Reformation, von Renaissance-Malerei, barocker Musik und literarischer Klassik zu Jugendstil, Bauhaus und minimalistischer Kunst, vom Herzogtum Sachsen-Weimar zur Republik.

Weimar bietet Ihnen das ganze Jahr über Feste - Märkte, Musik, Theater und Ausstellungen.

Zum Unesco Weltkulturerbe gehören das Klassische Weimar und die Bauhaus-Bauten.

In der Umgebung Weimars besuchen Sie die Sommer- und Jagd-Schlösser der Weimarer Fürsten und Adligen, gehen Sie in den Park- und Gartenanlagen spazieren oder machen Sie eine Radtour auf dem Ilm-Radwanderweg.

An die dunkle Seite der Geschichte der Stadt erinnert die Gedenkstätte des Konzentrations-Lagers Buchenwald bei Schloss Ettersburg.

Detaillierte Information zu Weimars berühmten Bewohnern und Gästen, Gebäuden und Institutionen enthält in alfabetischem Überblick das Weimarer 'Lexikon für Stadtgeschichte'.

Berühmtheiten der Weimarer Geschichte

Martin Luther hielt sich mehrfach in Weimar auf: Die Weimarer Fürsten und Landesherren förderten die Reformation.

Im Oktober 1522 erklärte Martin Luther in der Schloss-Kirche seine Auffassung zu "Weltlicher Obrigkeit, wie weit man ihr Gehorsam schuldig sei". 1523 veröffentlichte er die Predigt in Schriftform.

Der Bauernführer Thomas Müntzer geriet 1524 eher unfreiwillig ins Weimarer Schloss: Er wurde verhört.

Weimar blieb während des Bauernkriegs weitgehend ruhig: Kurfürst Johann der Beständige konnte in Oberweimar seine Truppen sammeln, um an der Belagerung von Mühlhausen teilzunehmen.

1552 kam Lucas Cranach der Ältere nach Weimar. Der 80jährige Hofmaler folgte seinem in der Schlacht geschlagenen protestantischen Landesherrn ins Exil. Der Sohn vollendete schließlich den Altar, den Lucas Cranach der Ältere in Weimar begann.

Die Weimarer Hofgesellschaft hatte von 1708 bis 1717 das Vergnügen, den Organisten und Hofkapellmeister Johann Sebastian Bach in der Schloss-Kirche zu hören.

1759 begann die 19jährige hochgebildete, kunstbegeisterte Herzogin-Witwe Anna Amalia in Weimar die Weichen zu stellen: Zu ihren ersten Projekten gehörte der Bau einer Bibliothek.

Anna Amalia engagierte als Erzieher für ihren Sohn Carl August den Philosophen, Dichter und Shakespeare-Übersetzer Christoph Martin Wieland.

Wieland war der Auffassung, dass "wahre Aufklärung zu moralischer Besserung das einzige ist, worauf sich die Hoffnung besserer Zeiten, das ist, besserer Menschen, gründet".

1775 war Carl August volljährig, Anna Amalia übergab die Regentschaft und zog sich ins Privatleben zurück.

Carl August holte noch im selben Jahr seinen zukünftigen Minister Johann Wolfgang von Goethe nach Weimar.

Ein Jahr später engagierte Goethe den Philosophen, Theologen und Dichter Johann Gottfried von Herder. Herder übernahm die Pfarrei der Stadt-Kirche.

Ausgangspunkt von Herders Denken war die Erkenntnisfähigkeit, die Sprache und kulturelle Identität des Menschen.

Der Schriftsteller Jean Paul stand Herders Auffassung nahe. Bei seinem Aufenthalt in Weimar von 1798 bis 1800 hielt Jean Paul seinen skurril satirischen Stil erfolgreich frei von klassischen Prinzipien.

1799 zog Friedrich Christoph von Schiller nach Weimar. Durch ihn und Goethe wurde das Weimarer Theater eine der bedeutendsten Bühnen.

Der Weimarer Gesellschaft riet von 1783 bis 1793 der Mediziner Christoph Wilhelm Hufeland aus Langensalza zur Mäßigung in allen Bereichen: Hufeland legte in Weimar die Grundlagen zu seinem Buch "Makrobiotik oder die Kunst, das Leben zu verlängern".

Napoleon war in Weimar mehrfach auf Durchreise - siegreich und geschlagen.

Herzog Carl August setzte nicht nur auf Literatur, Wissenschaft und Kunst: Er sicherte den Nachruhm seines kleinen Fürstentums mit der Zucht grauer Jagdhunde, ab 1897 nannte man diese Hunde Weimaraner.

Von 1848 bis 1858 garantierte der Hofkapellmeister Franz Liszt für erstklassigen Musikgenuss am Weimarer Hof. Die Herzogin Maria Paulowna, Tochter des Russischen Zaren, hatte Franz Liszt und seine Freundin, die Fürstin Carolyne von Sayn-Wittgenstein, eingeladen.

1889 bis 1894 motivierte der junge Richard Strauss die Musiker der Hofkapelle zu Hochleistung.

Der Mitarbeiter des Goethe- und Schiller-Archivs Rudolf Steiner brachte von 1890 bis 1897 die naturwissenschaftlichen Schriften Goethes heraus und legte mit seinem eigenen Werk "Philosophie der Freiheit" den Grundstein für die Verbreitung der Anthroposophie.

Friedrich Wilhelm Nietzsche verbrachte in Weimar die letzten kranken Jahre vor seinem Tod bei seiner Schwester.

Von 1902 bis 1915 leitete Henry van de Velde die Weimarer Kunstgewerbeschule.

Im Sommer 1912 pilgerten Franz Kafka und Max Brod nach Weimar. Laut Tagebuch verliebte sich Franz Kafka gleich nach Ankunft im Goethe-Haus am Frauenplan in die 16jährige Tochter des Aufsehers.

Die Weimarer Kunstgewerbeschule und Kunstschule gehörten ab 1919 zur Bauhaus-Schule - geleitet von dem Architekten Walter Gropius.

Anfang der zwanziger Jahre hatten Weimarer Studenten Lehrer wie Johannes Itten, Laszlo Moholy-Nagy, Lyonel Feininger, Wassily Kandinsky und Paul Klee und konnten auf den Straßen und in den Cafes die junge Geigenschülerin Marlene Dietrich treffen.

1924 wurde der politische und finanzielle Druck rechter Kräfte so stark, dass sich die Bauhaus-Schule für den Umzug nach Dessau entschied.

Weimar konnte den Nationalsozialisten nicht genug entgegensetzten: Hitler trat hier zu einer Zeit auf, in der er in anderen deutschen Städten noch Redeverbot erhielt.

Die kulturelle Elite inhaftierten die Nationalsozialisten nach ihrem Machtantritt im nahegelegenen Konzentrationslager Buchenwald:

Das Lager überlebten der Friedens-Nobelpreisträger Elie Wiesel, der Literatur-Nobelpreisträger Imre Kertesz, der Schriftsteller und spanische Kultursminister Jorge Semprun, der katholische Publizist Eugen Kogon, der Schriftsteller Jean Amery, der Kinderpsychologe Bruno Bettelheim.

Nicht überlebt hat der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer.

Der 1939 von Thomas Mann im Exil veröffentlichte Roman 'Lotte in Weimar' ist ein liebevoll ironisches Künstlerportrait: Goethe aus Sicht und in Begegnung mit der gealterten Charlotte Buff, reale Person und jugendliche Romanfigur aus "Werthers Leiden" in einem. In Thomas Manns 1947 veröffentlichten 'Dr Faustus' treibt den fiktiven Komponisten Adrian Leverkühn eine Mischung aus deutscher Kultur, Musik, Teufelspakt, Wahnsinn und Verbrechen.

In Goethes 200. Geburtsjahr 1949 kehrte Thomas Mann für eine Vortragsreise aus dem Exil zurück: In Weimar erhielt er die Ehrenbürgerwürde und den Goethe-Nationalpreis. 1955 hielt Thomas Mann in Weimar die Ansprache zum 150. Todestage Schillers - kurz vor seinem eigenen Tod.

Stadtrundgang

In der kleinen Weimarer Innenstadt erreichen Sie alle Sehenswürdigkeiten innerhalb weniger Kilometer zu Fuß.

Gehen Sie vom Bahnhof aus die Carl-August-Allee entlang über Buchenwaldplatz und Ernst-Thälmann-Straße zur Karl-Liebknecht-Straße.

Das Neue Museum gegenüber dem Haus des Verlegers Bertuch zeigt die Sammlung Paul Maenz: amerikanische konzeptionelle und minimalistische Künstler, deutsche und italienische Künstler darunter Giulio Paolini und Anselm Kiefer.

Das Gebäude des Neuen Museums stammt aus dem 19. Jahrhundert, das auf dem Gelände 1937 begonnene monumentale Gauforum konnten die Nationalsozialisten nicht mehr ganz fertigstellen.

Folgen Sie weiter der Karl-Liebknecht-Straße in die Heinrich-Heine-Straße. Am Goetheplatz steht die Kunsthalle mit wechselnden Ausstellungen und das Hotel Russischer Hof, Begegnungsstätte von Franz Liszt mit seinem Schwiegersohn Richard Wagner, mit Robert und Clara Schumann. Zu den berühmten Gästen zählte der russische Schriftsteller Iwan Turgenjew.

Gehen Sie vom Goetheplatz aus über die Wielandstraße zum Theaterplatz. Hier lebte die Herzog-Witwe Anna Amalia im Wittums-Palais, nachdem ihr Sohn Carl August alt genug war, die Regierungsgeschäfte zu übernehmen. Das Wittums-Palais wurde regelmäßiger Treffpunkt der Weimarer Gesellschaft. Die Räume geben einen guten Eindruck von dem Leben der führenden Personen zur Zeit Goethes.

Neben dem Wittums-Palais stand vor der Reformation ein Franziskaner-Kloster. Martin Luther übernachtete hier 1518. Der erhaltene Bau der früheren Franziskaner-Kirche wird heute von der Musikhochschule Franz Liszt genutzt.

Auf dem Gelände des ehemaligen Klosters steht das Bauhaus Museum. Das Museum zeigt Jugendstil- und Bauhaus-Werke von Meistern und Schülern aus der Weimarer Kunstgewerbe- und Bauhaus-Schule, unter anderen von Henry van de Velde, Lionel Feininger und Wassili Kandinsky.

Das Deutsche Nationaltheater gegenüber dem Wittumspalais führt seine Tradition auf das von Goethe geleitete Hoftheater zurück. Das neoklassizistische Gebäude stammt aus dem Jahr 1907, es wurde nach weitgehender Zerstörung 1945 wieder aufgebaut.

1919 traf sich im Deutschen Nationaltheater die erste verfassungsgebende Versammlung der ersten deutschen Republik. Der Name Weimar blieb Verfassung und Republik erhalten, die Parlamentarier zog es bald weiter aus dem beschaulichen Weimar in das unruhige Berlin.

Gehen Sie vom Theaterplatz aus die Schützengasse entlang zur Humboldtstraße. 400 000 Jahre alte Funde des Homo Erectus aus Bilzingsleben bei Sömmerda und 200 000 Jahre alte Funde des Homo Sapiens in den Steinbrüchen bei Weimar-Ehringsdorf zeigt das Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens an der Humboldtstraße.

Sie sehen in dem Museum außerdem fossile Nashörner und Elefanten aus den Steinbrüchen und Kiesgruben des Ilmtals, bronzezeitliche Funde aus dem Fürstengrab von Leubingen im Landkreis Sömmerda, Pfahlgötter und Gebrauchsgegenstände aus der keltischen und germanischen Kultstätte bei Niederdorla in der Nähe von Mühlhausen, Goldschmuck aus dem Grab germanischer Adliger bei Haßleben im Landkreis Sömmerda und Oßmannstedt bei Weimar.

Folgen Sie der Humboldtstraße nach Süden und biegen Sie nach links in die Straße "Am Poseckschen Garten" ab. Sie gelangen zum Hauptfriedhof bzw. historischen Friedhof mit den Grabstätten Goethes, Schillers in der Fürstengruft.

Auf dem Hauptfriedhof finden Sie auch das Denkmal der Märzgefallenen von Walter Gropius zur Erinnerung an die während des Kapp-Putsches 1920 gefallenen Arbeiter. Das Denkmal wurde von den Nationalsozialisten 1935 zerstört und 1945 neu errichtet.

Gehen Sie östlich des Friedhofs die Geschwister-Scholl-Straße entlang, kommen Sie zu den von Henry van de Velde in der Tradition des Jugendstil entworfenen Bauten der ehemaligen Kunst- und Kunstgewerbeschule. Heute ist hier die Bauhaus-Universität.

Noch weiter südlich finden Sie in der Humboldstraße bei der Nummer 36 das Wohnhaus Nietzsches mit der von Henry van de Velde gestalteten Gedenkstätte.

Vom Friedhof aus gehen Sie die Amalienstraße in Richtung der Altstadt. Am Wielandplatz geht rechts die Marienstraße ab. Am Gebäude Marienstraße 9 erinnert eine Gedenktafel an Theodor Neubauers Widerstand gegen den Faschismus "ermordet am 5. Februar 1945, Landtags- und Reichtagsabgeordneter der KPD, Staatsrat der Landesregierung Thüringen und Dr. der Philosophie".

Das Liszt-Haus in der Marienstraße 17 können Sie besichtigen: Hier hielt sich Franz Liszt bei Aufenthalten in Weimar ab 1869 auf.

Neben der Marienstraße führt vom Wielandplatz die Ackerwand ab. Hier wohnte Goethes geliebte Freundin Frau von Stein.

Überqueren Sie den Wielandplatz. Sie gelangen zu Goethes Wohnhaus am Frauenplan.

Goethe hat das Haus 1782 bezogen, wohnte dort mit Unterbrechungen bis zu seinem Tod 1832 und hat es nach seinen Vorstellungen gestaltet. Das Aussehen und die Einrichtung zu Zeiten Goethes sind weitgehend erhalten.

In dem Museum im Goethehaus sehen Sie die Sammlungen des Dichters und eine Austellung zu Leben und Wirken. Das Gasthaus Weißer Schwan in der Frauentorstraße 23 wird schon 1569 genannt. Goethe hat dort seine Gäste untergebracht.

Folgen Sie der Frauentorstraße, nach links geht die Schillerstraße ab. Sie führt zum Schillerhaus. Schiller lebte hier von 1802 bis zu seinem Tod 1805. Sie können hier die Arbeits- und Wohnräume Schillers und seiner Familie und eine Ausstellung zu Leben und Werk des Dichters besichtigen.

In der Schillerstraße 16-18 zeigt das Weimarhaus die Stadtgeschichte multimedial.

Gehen Sie die Schillerstraße wieder zurück und folgen Sie der Frauentorstraße zum Markt. Hier steht das Cranachhaus. Das eindrucksvolle Renaissance-Wohnhaus gehörte dem Schwiegersohn Lucas Cranach des Älteren. Der Maler verbrachte hier sein letztes Lebensjahr.

Das Wohnhaus von Johann Sebastian Bach am Markt 16 besteht nicht mehr. Eine Gedenktafel erinnert an ihn und seine hier geborenen Söhne Carl Philipp Emanuel und Wilhelm Friedemann.

Das Hotel Elephant ist der älteste bestehende Gasthof Weimars. Das Nebengebäude, der Schwarze Bär, datiert von 1540, der mehrfach umgebaute und erneuerte Elephant von 1696.

Das Hotel Elephant rühmt sich einer illustren Gästeliste von Jakob Michael Reinhold Lenz, Ludwig Börne, Felix Mendelsohn-Bartholdy, Franz Liszt, Richard Wagner, Artur Rubinstein.

Das Hotel Elephant ist Schauplatz einer Szene aus dem Roman Jahrmarkt der Eitelkeiten von William Makepiece Thackeray, gleich mehrere Kapitel des Romans "Lotte in Weimar" von Thomas Mann spielen hier. Am Glanz des Hotels versuchte Adolf Hitler teilzuhaben: Er hielt sich hier mehrfach auf.

Vom Markt aus gelangen Sie am Stadthaus vorbei über den Burgplatz zum Stadtschloss.

In den an die 70 historischen Innenräumen des Weimarer Stadtschlosses finden Sie eine umfangreiche Kunstsammlung: Die Weimarer Herzöge haben die Sammlung seit dem 16. Jahrhundert ständig ergänzt.

Anna Amalia reiste auf Einkaufstour nach Goethes Vorbild bis Italien und lernte dort Angelica Kauffmann kennen.

Sie sehen im Schloss Bilder und Grafiken von Lucas Cranach dem Älteren und Jüngeren, Dürer und Rembrandt, von Angelica Kauffmann und Caspar David Friedrich, Max Liebermann und Claude Monet.

Überqueren Sie vom Schloss aus die Ilm über die Sternbrücke und folgen Sie der Leibnitzallee. Auf dem Jüdischen Friedhof Ecke Musäusstraße ist der Hofbankier Julius Elkan bestattet. Zu seinen Kunden gehörten Johann Wolfgang von Goethe und Christoph Wilhelm Hufeland.

Gehen Sie vom Schloss über den Burgplatz den Park entlang zum Platz der Demokratie. Hier steht die Anna-Amalia-Bibliothek. Das barocke Gebäude stammt ursprünglich aus dem 16. Jahrhunderts. Die Bibliothek ist das Zentrum der deutschen Klassikforschung.

Gehen Sie vom Schloss aus die Vorwerksgasse entlang. Sie gelangen über den Herderplatz zur spätgotischen Stadt-Kirche St. Peter und Paul. Johann Gottfried von Herder war hier Pastor, er ist auf dem Friedhof der Stadt-Kirche bestattet.

Sie finden auf dem Friedhof der Stadt-Kirche auch das Grabmal der Herzogin Anna Amalia.

In der Stadt-Kirche sehen Sie einen Altar, den Lucas Cranach der Ältere in seinem Todesjahr 1552/1553 begann und den sein Sohn Lucas Cranach der Jüngere 1555 vollendete. Im Altarraum steht das Original der Grabplatte Lucas Cranach des Älteren aus der Jakobs-Kirche.

Nordlich hinter der Stadt-Kirche finden Sie Herders Wohnhaus, daneben das 1716 fertiggestellte barocke Alte Gymnasium.

An der Rittergasse an der Westseite des Herderplatzes steht der Sächsische Hof, ein Gebäude aus dem 15. Jahrhundert. Goethe wohnte hier das erste Jahr nach seiner Ankunft in Weimar. Das Deutschritterhaus an der Ostseite des Herderplatz ist ein gut erhaltener Renaissancebau von 1566.

Gehen Sie vom Herderplatz aus die Jakobsstraße entlang. Hier steht das Kirms-Krackow-Haus, eines der ältesten Häuser der Stadt.

Das Renaissance-Haus von 1520 gehörte der Hofbeamtenfamilie Kirms. Zur Goethezeit wohnten in dem Haus Karl Kirms, Sekretär der Geheimen Kanzlei der Herzogs Carl August und sein jüngerer Bruder Franz, Hofbeamter und Theater-Geschäftsführer Franz Kirms.

Das Kirms-Krackow-Haus war ein Treffpunkt der Weimarer Gesellschaft. Den klassischen Hauszustand bewahrt hat zuletzt ihre Nichte Charlotte Krackow, die in dem Haus bis zu ihrem Tod 1915 lebte. Die Stadt Weimar kaufte anschließend das Haus und machte es der Öffentlichkeit zugänglich.

Bei einer Besichtigung des Kirms-Krackow-Hauses erhalten Sie einen authentischen Eindruck der Lebensumstände der Goethezeit. Die Austellung erinnert an die berühmten Weimarer Besucher des Hauses, Goethe, Schiller, Anna Amalia, Carl August, Wieland, Herder und Franz Liszt. Auch auswärtige Gäste wie Alexander von Humboldt und Madame de Stael hielten sich in den Räumen auf. Später wohnte der dänische Märchendichter Hans Christian Andersen mehrfach hier.

Folgen Sie der Jakobstraße bis zur Jakobs-Kirche. Die barocke Kirche steht an der Stelle eines mittelalterlichen Vorgängerbaus. In der Südwand der Kirche ist die Kopie der Grabplatte des 1553 hier bestatteten Lucas Cranach des Älteren eingefügt.

In der Jacobs-Kirche heiratete Goethe Christiane Vulpius, ihr Grab finden Sie auf dem Friedhof. Auf dem Jakobsfriedhof wurde ursprünglich auch Friedrich Schiller bestattet, bis sein Grab in die Fürstengruft auf dem historischen Friedhof verlegt wurde.

Über den Rollplatz vor der Jakobs-Kirche gelangen Sie wieder zur Karl-Liebknecht-Straße und zum Bahnhof. Haben Sie noch etwas Zeit, bis Ihr Zug fährt?

Gleich beim Bahnhof, in der Friedrich-Ebert-Straße 8, liegt das Volkshaus, das erste Gewerkschaftshaus Thüringens. Hier redeten Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg, Clara Zetkin und Rudolf Breitscheid. 1990 wurde das Volkshaus nach seiner Rekonstruktion wieder eröffnet.

Jugendstil und Bauhaus

Henry van de Velde war von 1902 bis 1915 in Weimar tätig. Neben einigen Wohnhäusern, darunter sein eigenes, das Haus Hohe Pappeln in der Belvedereallee 58, gestaltete er die Gebäude der ehemaligen Kunst- und Kunstgewerbeschule in der Geschwister-Scholl-Straße. Heute befindet sich dort die Bauhaus-Universität.

Auf der Höhe der Bauhaus-Universität auf der anderen, östlichen Seite des Parks an der Ilm können Sie das Versuchshaus am Horn 61 besichtigen. Das Wohnhaus wurde im Rahmen einer Ausstellung 1923 errichtet, um die Ziele des Bauhauses zu vorzuführen.

Das Versuchshaus am Horn und die Gebäude der ehemaligen Kunst- und Kunstgewerbeschule gehören zum Unesco Weltkulturerbe.

Bilder und Werkstücke von Meistern und Schülern der Kunstgewerbe- und Bauhausschule können Sie im Bauhaus-Museum am Theaterplatz sehen. In Weimar lehrten Johannes Itten, Laszlo Moholy-Nagy, Lyonel Feininger, Wassily Kandinsky und Paul Klee.

Kommen Sie mit dem Auto nach Weimar, passieren Sie gleich nach der Autobahn-Ausfahrt Gelmeroda. Die Kirche von Gelmeroda ist Motiv unzähliger Zeichnungen und Bilder Lyonel Feiningers.

Auf dem Hauptfriedhof sehen Sie das rekonstruierte Denkmal der Märzgefallenen von Walter Gropius, die Nietzsche-Gedenkstätte von Henry van der Velde in der Humboldstraße 36 ist im Zustand von 1903 rekonstruiert.

Feste, Musik und Theater

Das Deutsche National-Theater mit der Staatskapelle Weimar bietet Schauspiel, Tanz- und Musiktheater, Theater für Kinder, DAS Jugendtheater wendet sich an Jugendliche. Im Jugend- und Kulturzentrum Mon Ami finden Musikveranstaltungen und Parties statt. Das ACC Kulturzentrum zeigt Ausstellungen und führt Konzerte auf.

Von März bis April finden in Weimar die Konzerte der Thüringer Bach-Wochen statt.

Vom Mai bis Juli sehen Sie im Köstritzer Spiegelzelt am Beethovenplatz Kleinkunst: Musik, Theater, Kabarett & Gastronomie.

Weiter geht es mit Tanz, Theater, Konzerten und Lesungen auf dem Weimarer Kunstfest August bis September, das Thema stammt von Franz Liszt "Pelerinages - Heimweh".

Goethes Geburtstag am 28. August feiert Weimar mit einer Museumsnacht, Veranstaltungen im Schlosshof und einem Weinfest.

Anfang September treffen sich Töpfer aus ganz Thüringen zum Töpfermarkt auf dem Weimarer Marktplatz. Und im Oktober 2005 jährt sich in der historischen Innenstadt von Weimar der traditionelle Zwiebelmarkt zum 352sten Mal.

Juli bis August wird auf Schloss Ettersburg ein Klezmerfestival veranstaltet, Oktober bis November finden die Konzerte der Jazzmeile Thüringen statt.

Den Dezember hindurch können Sie auf dem Marktplatz einen großen Weihnachtsmarkt besuchen.

Schlösser, Gärten und Parkanlagen

Die Gestaltung des Parks an der Ilm vom Stadtschloss ilmaufwärts nach Süden geht weitgehend auf Johann Wolfgang von Goethe zurück. Das Gartenhaus Goethes und das Römische Haus sind Bestandteil des Parks. Beide Häuser können Sie besichtigen, das Römische Haus enthält eine Ausstellung zur Geschichte des Parks.

Ilmaufwärts führen die Flussaue zu dem etwa zwei Kilometer entfernten barocken Schloss und der Orangerie Belvedere mit dem nachklassisch-romantischen Schlosspark. Ilmabwärts gelangen Sie zu dem ebenfalls etwa zwei Kilometer vom Stadtschloss entfernten weitgehend klassischen Landschaftspark des barocken Schloss Tiefurt. Die Schlösser waren Sommerresidenzen der Weimarer Herzöge, beide Schlösser können Sie besichtigen.

Über die Straße gelangen Sie nach Schloss Belvedere über die Belvedere Allee im Süden von Weimar und nach Schloss Tiefurt über die Tiefurter Allee im Norden.

Hinter Tiefurt liegt neun Kilometer nordöstlich von Weimar an der Ilm Gut Oßmannstedt. Gut und Gutspark gehörten dem Philosophen, Dichter und Shakespeare-Übersetzer Christoph Martin Wieland. Sie können das Gut besichtigen: Eine Ausstellung informiert über Wielands Leben und Werk. Christoph Martin Wieland ist mit seiner Frau auf Gut Oßmannstedt bestattet.

Schloss Ettersburg ist eine weiteres barockes Sommerresidenz- und Jagdschloss der Weimarer Herzöge etwa neun km nordwestlich von Weimar. 1808 lud Carl August die Teilnehmer des Weimarer Fürstenkongresses hierher zur Jagd ein, bei dieser Gelegenheit war auch Napoleon dabei.

Den Schlosspark von Schloss Ettersburg hat nach 1844 Eduard Petzold unter Anleitung des Fürsten Pückler-Muskau als Landschaftspark angelegt. Auf Anregung von Fürst Pückler-Muskau wurde die Schlossallee zu einer langgezogenen Waldwiese ausgeweitet, dem sogenannten Pücklerschlag.

Schloss Ettersburg ist baufällig, den Schlosspark können Sie besichtigen.

1999 wurde eine vor 250 Jahren angelegte Schneise als "Zeitschneise" wieder freigeschlagen: Sie führt von Schloss Ettersburg zum nahe gelegenen Konzentrationslager Buchenwald.

Konzentrationslager Buchenwald

Die Gedenkstätte Buchenwald liegt auf dem Ettersberg etwa 8 km nordwestlich von Weimar.

Sie sehen in der Gedenkstätte Ausstellungen zur Geschichte des Konzentrationslagers von 1937 bis 1945, zur Geschichte der Gedenkstätte selbst von der DDR-Zeit bis heute, zur Geschichte des sowjetischen Speziallagers 2 von 1945 bis 1950 und Kunst von Inhaftierten, Überlebenden und Nachgeborenen.

Die Besucherinformation am Parkplatz gibt Auskünfte und hält Informationsmaterial bereit. Führungen sind bei Voranmeldung möglich.

Ilm-Radwanderweg

Der Ilm-Radwanderweg führt Sie auf Goethes Spuren von Weimar über Tiefurt und Gut Oßmannstedt zur Mündung an der Saale, oder flussaufwärts über Bad Berka, Kranichfeld, Stadtilm, nach Ilmenau und Stützerbach zur Quelle am Rennsteig.